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Attraktiver Beruf : Immer mehr Ärzte bleiben in SH

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Viele Ärzte zieht es in den ambulanten Bereich. Praxis-Nachfolger sind deshalb derzeit noch problemlos zu finden.

Kiel | Der Exodus junger Mediziner scheint gebrochen: Meldeten sich bei der Ärztekammer in Bad Segeberg 2008 noch knapp 70 Mediziner ab, weil es in Skandinavien oder England bessere Arbeitsbedingungen gab, waren es im vergangenen Jahr nur noch 47. Auch die Anzahl approbierter Ärzte, die nicht in ihrem ursprünglichen Beruf arbeiten, sondern sich bei Versicherungen oder Pharmafirmen verdingen, sinkt rapide. „Der Beruf des Arztes hat offensichtlich wieder an Attraktivität gewonnen“, stellt man bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Bad Segeberg (KVSH) mit Genugtuung fest.

Besonders erfreulich: Viele Ärzte zieht es in den ambulanten Bereich. Die Praxis-Nachfolge ist deshalb momentan im Regelfall kein Problem. „Allein von Mitte 2012 bis Jahresanfang 2015 haben sich 400 Ärzte im Norden niedergelassen. Viele von ihnen werden voraussichtlich noch Jahrzehnte praktizieren, denn eine ganze Reihe von ihnen ist noch keine 40 Jahre alt“, erklärte am Montag KV-Sprecher Marco Dethlefsen.

Auch der Präsident der Ärztekammer, Franz-Joseph Bartmann, findet die jüngsten Zahlen ermutigend: „Wir dürfen davon ausgehen, dass die Versorgung der Menschen durch niedergelassene Haus- und Fachärzte auch in Zukunft sichergestellt werden kann, wenn auch in anderer Organisationsform als gewohnt“. Denn es sei deutlich erkennbar, dass sich das Berufsbild des Arztes verändere. „Nur noch wenige streben in das wirtschaftliche Risiko der eigenen Praxis, die meisten bevorzugen das Angestelltenverhältnis.“

Entsprechend hat sich die Zahl der nicht selbstständigen Ärzte in den Praxen Schleswig-Holsteins binnen eines Jahres deutlich erhöht – von 689 auf 861. Das schließt allerdings eine spätere Praxisübernahme nicht aus: Unter den 400 neu niedergelassenen Ärzten waren 66, die zuvor im Angestelltenverhältnis gearbeitet hatten.

Die hohe Zahl der angestellten Ärzte führt allerdings auch dazu, dass mehr Ärzte nachfolgen müssen als tatsächlich ausscheiden. „Perspektivisch gehen wir davon aus, dass demnächst drei Ärzte notwendig sind, um zwei Praxisinhaber zu ersetzen“, erklärt KV-Sprecher Dethlefsen. „Selbstständige arbeiten oft bis zu 12 Stunden am Tag, Angestellte wollen nach acht Stunden nach Hause“.

Insgesamt liegt die Zahl der Ärzte in Schleswig-Holstein erstmals über der 16.000'er Marke. Immer mehr Frauen ergreifen den Beruf: 2014 gab es in Schleswig-Holstein 7154 Ärztinnen und 8908 Ärzte. Von den angestellten Ärzten sind 55 Prozent weiblich, nur 49,5 Prozent arbeiten Vollzeit. 
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erstellt am 23.Mär.2015 | 20:33 Uhr

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