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Neues Einkaufszentrum in Lübeck : Ikea: Das steckt hinter dem Imperium

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Mehr als nur Billy-Regale: In Lübeck eröffnet das erste Ikea-Shopping-Center in Deutschland. Grund genug, um den Konzern näher zu beleuchten.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 11:15 Uhr

Lübeck | Heute ist in Lübeck der Startschuss für Ikeas erstes deutsches Shopping-Center gefallen. Mehr als 50 Geschäfte werden unter anderem Bekleidung, Schuhe, Spielzeug, Bücher und Geschenkartikel anbieten. Ikea Deutschland und deren Tochterfirma Inter Ikea Centre (IICD) Deutschland GmbH haben rund 120 Millionen Euro in das Projekt investiert. Entstanden ist das Einkaufszentrum auf dem früheren Werksgelände von Villeroy & Boch im Lübecker Stadtteil Dänischburg.

Das Center ist nicht unumstritten. Nachbargemeinden fürchten bereits negative Folgen für ihren Einzelhandel. Zugleich zeigt es aber auch, dass der Konzern von Ingvar Kamprad inzwischen weitaus mehr ist als nur Billy-Regale.

Tatsächlich hat der Schwede in den vergangenen Jahrzehnten ein komplexes Geflecht aus diversen Firmen aus dem Boden gestampft. Von der Solaranlage über das eigene Hotel-Zimmer bis hin zum Mobilfunkvertrag können Kunden über dieses Portfolio inzwischen fast alles erhalten. Dies sind die wichtigsten Teile des Ikea-Imperiums:

Ikea

In finanzieller Hinsicht machen die Möbelhäuser natürlich immer noch den Großteil des Ikea-Geschäfts aus. Der Großteil der Märkte gehört dabei zur Ingka-Gruppe, die von einer niederländischen Stiftung kontrolliert wird. Die Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt und mit einem zuletzt auf rund 26 Milliarden Euro geschätzten Vermögen eine der größten Stiftungen der Welt.

Inter Ikea

Spätestens seit der Einweihung des Shopping-Centers ist dieser Name auch in Deutschland für Menschen zunehmend ein Begriff. Schließlich hat Inter Ikea für den Bau des Centers mit Ikea Deutschland kooperiert. Anders ginge es auch nicht. Beide Unternehmen sind nämlich  im Besitz unterschiedlicher Stiftungen – und formal voneinander unabhängig. Inter Ikea – kontrolliert von der Stiftung Interogo in Liechtenstein – verwaltet die Markenrechte und das Konzept von Ikea. Und Ikea Deutschland – kontrolliert von der Ingka-Stiftung –  muss dafür Franchise-Gebühren zahlen. Diese Konstruktion seines Firmenkonglomerats soll dem Ikea-Konzern unter anderem dazu dienen, Steuern zu sparen.

Boklok

Seit Ende der 90er Jahre hat Ikea über diese Tochter Fertighäuser entwickelt und verkauft. Inzwischen vertreibt Boklok in manchen Ländern auch Solaranlagen.

Moxy

Gemeinsam mit dem Hotel-Betreiber Marriott arbeitet die Inter-Ikea-Tochter Inter Hospitality seit 2012 am Aufbau dieser Low-Budget-Hotelkette. Eröffnungen in Mailand, Berlin, Frankfurt und London sind laut Internet-Seite von Moxy für dieses Jahr geplant. Inter Hospitality steht auch hinter den „Ulito“-Studentenwohnheimen, die von der Ikea-Tochter entwickelt werden.

Landprop

Nochmals weitaus ehrgeiziger sind die Pläne, die von dieser Ikea-Tochter angegangen werden. Sie baut und entwickelt kurzerhand komplette eigene Stadtviertel. Das bislang prominenteste Beispiel dafür ist gegenwärtig Strand-East. In einem ehemaligen Industrie-Viertel errichtet Ikea dort ein kleines Quartier mit rund 1200 Wohnungen. Über verschiedenste kleinere Firmen im Ikea-Imperium kontrolliert der Konzern zudem unzählige Büro-Gebäude. Allein die Ikea-Tochter Pronam ist Eigentümerin von mehr als 250.000 Quadratmetern Bürofläche – mitten in Amsterdam.

Ikano Bank

Das Finanzinstitut gehört nur zum Teil zum Ikea-Imperium. Durch seine Produkte (zum Beispiel die Ikea Family-Card) ist es stark mit dem Konzern verworben – und befindet sich im Besitz der drei Söhne von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Die Ikano Bank ist dabei nicht nur die Hausbank von Ikea, sondern verwaltet auch das Vermögen der Familie.

Family Mobile

In Großbritannien bietet Ikea in Kooperation mit nationalen Mobilfunkanbietern einen eigenen Tarif an, der den Kunden des Möbeleinrichters vorbehalten bzw. an den Besitz der Ikea-Kundenkarte gekoppelt ist.

 
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