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Konjunkturumfrage : IHK: „Sonnige Aussichten“ für Wirtschaft in SH

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Aufbruchsstimmung bei den Unternehmen und stabile Exportgeschäfte trotz Ukrainekrise: Die Wirtschaft in SH ist optimistisch.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 15:11 Uhr

Kiel | Die Stimmung in den schleswig-holsteinischen Unternehmen ist gut. „Die Aussichten sind sonnig“, sagte die Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, Friederike Kühn. Kühn stellte am Mittwoch in Kiel eine repräsentative Konjunkturumfrage vor. So hat sich der Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen 0 und 200 annehmen kann, im vierten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorquartal von 117 auf 120 Punkte verbessert. Er liegt jetzt leicht über dem langjährigen Mittel von 118 Punkten.

Insgesamt beurteilen 42,0 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut (Vorquartal 38,8), 48,6 Prozent als befriedigend (49,8) und 9,4 Prozent als schlecht (11,4). Schwierige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und die erneut aufflackernde Diskussion um die Zukunft des Euro wirkten sich bisher nicht belastend aus, heißt es im IHK-Konjunkturbericht.

Das Exportgeschäft laufe trotz Ukrainekrise stabil und die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt belebe die Inlandsnachfrage. So verzeichne etwa der Einzelhandel dank einer kauffreudigen Kundschaft bessere Geschäfte als in den Vorquartalen. Auch in der Dienstleistungsbranche mache sich die stabile Binnennachfrage bemerkbar. Die Geschäftslage in der Industrie und in der Bauwirtschaft werde ebenfalls positiv bewertet. Aber: „Insgesamt fällt die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage positiver aus als die Zukunftserwartung“, sagte Kühn.

Die Konjunkturentwicklung in den kommenden Monaten schätze die Wirtschaft dennoch verhalten optimistisch ein, sagte Kühn. Demnach erwarten 25,3 Prozent der befragten Unternehmen eine Verbesserung ihrer Situation (Vorquartal 22,6), 57,5 Prozent eine gleichbleibende (63,0) und 17,2 Prozent (14,4) eine schlechtere Lage. Als Risiken für die weitere Entwicklung werden wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen wie die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren oder die Mütterrente genannt. „Die Politik setzt im Moment die falschen Akzente“, sagte Kühn.

Auch der Mindestlohn könnte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung mit sich bringen. Es gebe eine spürbare Verunsicherung in der Unternehmerschaft, was das Thema angehe, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein. Man könne aber noch nicht seriös sagen, ob der Mindestlohn tatsächlich Auswirkungen habe.

Denn trotz Mindestlohn planen 21 Prozent der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen; 13 Prozent wollen hingegen Personal abbauen.

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