Airbus-Werk in Hamburg : IG Metall Küste setzt Warnstreiks in Hamburg und SH fort

Nachtschichten im Norden legten für den Warnstreik kurzfristig ihre Arbeit nieder.
Nachtschichten im Norden legten für den Warnstreik kurzfristig ihre Arbeit nieder.

Der Tarifkonflikt in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie spitzt sich zu. Die IG Metall empört sich über das erste Angebot der Arbeitgeber. Die wiederum halten die Warnstreiks im Norden für Kraftmeierei.

shz.de von
29. Januar 2015, 07:55 Uhr

Bremen | Die IG Metall Küste hat ihre Warnstreiks im Norden am Donnerstag fortgesetzt. Schwerpunkt der Aktionen war das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder, wo die Beschäftigten am Vormittag zu einem dreistündigen Warnstreik aufgerufen waren. An einer Kundgebung vor dem Werkstor beteiligten sich laut Gewerkschaft rund 2000 Metaller. Weitere Warnstreiks gab es in den Betrieben Evoqua Water Technologies in Barsbüttel (Schleswig-Holstein) und Leonie Special Cabels in Friesoythe (Niedersachsen).

Die IG Metall hatte bereits in der Nacht in elf Betrieben mit Warnstreiks begonnen, nachdem die zweite Tarifrunde für die 140.000 Beschäftigten der Metallindustrie in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und dem nordwestlichen Niedersachsen ohne Ergebnis vertagt worden war. Insgesamt hätten sich 3800 Arbeitnehmer am Donnerstag an Warnstreiks beteiligt. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Geld sowie einen erweiterten Zugang zur Altersteilzeit und eine vom Arbeitgeber bezuschusste Weiterbildung.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte wie in anderen Bezirken ein erstes Angebot von 2,2 Prozent mehr Entgelt unterbreitet, das von der IG Metall zurückgewiesen wurde. Sie kritisierte vor allem die Aussagen der Arbeitgeber zu den qualitativen Forderungen: „Der Angriff auf die Altersteilzeit ist ein Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten, die sich jahrelang in den Betrieben krumm gemacht haben“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken.

Die Arbeitgeber kritisierten die für die Nacht angekündigten Warnstreiks als „unnötige Kraftmeierei“. Sie seien keine unmittelbare Reaktion auf das Arbeitgeberangebot, meinte der Verhandlungsführer von Nordmetall, Thomas Lambusch. „Die Aktionen der Gewerkschaft sind ja seit Monaten geplant. Sie werden allerdings die Lösungsversuche nicht beschleunigen.“ Die IG Metall müsse auf Kompromisskurs einschwenken, forderte Lambusch.

Die nächste Verhandlungsrunde im Tarifbezirk Küste ist für den 12. Februar in Hamburg geplant. Die Warnstreiks werden am Freitag und in der nächsten Woche fortgesetzt, erklärte die IG Metall. Am Freitag sind zunächst mehrere hundert Beschäftigte bei dem Luftfahrt-Zulieferer Premium Aerotec in Varel (Niedersachsen) zum Warnstreik aufgerufen.

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