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Wind-Messen : Husum und Hamburg besiegeln Kooperation

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Der Streit um die Wind-Messen drohte zu eskalieren. Nun herrscht Frieden zwischen der Husumer und der Hamburger Messe-Gesellschaft – ganz offiziell. Ursprünglich war aber sogar mehr als ein Vertrag geplant.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 17:10 Uhr

Husum/Hamburg | Der Frieden zwischen den Standorten Husum und Hamburg in Bezug auf die Wind-Messe ist nun auch formal besiegelt. Beide Parteien einigten sich jetzt in einem Kooperationsvertrag auf eine Zusammenarbeit zwischen der „Husum Wind“ und der „Wind-Energy Hamburg“ mit einer Laufzeit von mindestens zehn Jahren.

Bereits im April vergangenen Jahres hatten sich Husum und Hamburg grundsätzlich auf eine Kooperation verständigt, nachdem ein Streit zwischen beiden Messe-Gesellschaften zu eskalieren drohte. Hamburg und Husum planten sogar Parallelveranstaltungen. Mit der Vereinbarung ist dieser Streit allerdings vomTisch. Durch den Vertrag sollen beide Standorte jetzt gestärkt im umkämpften Wind-Messemarkt bestehen.

Ursprünglich war sogar die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft geplant gewesen. Davon hat die Steuerungsgruppe  – bestehend aus Mitgliedern beider Standorte – letztlich aber Abstand genommen. „Der Kooperationsvertrag ist für alle Beteiligten die deutlich bessere Lösung“, heißt es in einem Schreiben, das die rund 130 Gesellschafter der Husum Messe am Montag erhielten. Vor allem der administrative Aufwand würde sich durch die Zusammenarbeit auf einem niedrigeren Niveau bewegen, heißt es weiter.

Husums Messechef Peter Becker bestätigte auf Nachfrage zwar den Messe-Deal, wollte auf Einzelheiten jedoch nicht weiter eingehen. Nur soviel: „Es ist ein guter Vertrag für beide Seiten“, so der Geschäftsführer mit dem Verweis darauf, dass einzelne Details am Dienstag bekanntgegeben würden. „Unser Konzept kommt an“, so Becker. Während die Hamburger künftig auf der internationalen Bühnen spielen, konzentrieren sich die Husumer auf die nationalen Märkte. „In Deutschland gibt es ein riesiges Repowering-Potenzial“, so Becker, der den Praxisbezug als großen Wettbewerbsvorteil Husum sieht.

Der Vertrag zwischen Husum und Hamburg sieht eine gemeinsame Umsatzprovision der beiden Standorte vor. „Dabei ist die Höhe der Provision für uns wirtschaftlich mindestens so gut, wie die ursprünglich geplante gegenseitige Gewinnbeteiligung“, heißt es in dem Schreiben an die Gesellschafter.

Da die Renditen beider Standorte unterschiedlich seien, profitiert Husum vor allem dadurch, dass die Messe in Nordfriesland privatwirtschaftlich geführt wird. Die Husumer hatten gerade in diesem Punkt immer wieder Gesprächsbedarf, zumal die Kosten in Hamburg deutlich höher sind als in der nordfriesischen Kreisstadt. „Mit dem jetzigen Modell haben wir eine gesunde Balance gefunden zwischen einer notwendigen und gewollten Zusammenarbeit sowie der Eigenständigkeit und Eigenverantwortung beiden Messegesellschaften“, verkünden die Husumer.

Künftig werden sich beide Veranstalter gegenseitig unterstützen – sei es bei der Planung, der Akquise und Ausführung von Wind-Messen. Auf der Wind-Energy Hamburg vom 23. bis 26. September sind bislang 65.000 Quadratmeter Ausstellung gebucht. Rund 1000 Aussteller aus aller Welt werden dort ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Die Husum-Wind geht dann 2015 wieder an den Start – jedoch mit deutlich geringerer Ausstellungsfläche. „Husum ist für den deutschen Markt weiterhin sehr wichtig“, sagt Peter Becker. Die Zusagen führender Unternehmen für 2015 untermauern seine Einschätzung, denn schon jetzt haben führende Windkraftanlagenhersteller für die nächste Husum Wind gebucht – Firmen wie Siemens, GE, Senvion (früher Repower), Nordex, Alstrom und Vestas werden in der Storm-Stadt ausstellen und sich ander konzeptionellen Weiterentwicklung beteiligen.

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