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Gewinn im ersten Quartal : HSH Nordbank zuversichtlich für Verkauf

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Der Verkaufsprozess für die HSH Nordbank läuft auf vollen Touren. Der Bankchef gibt sich optimistisch.

Hamburg | Die HSH Nordbank hat die ersten drei Monate des Jahres mit einem Gewinn von 128 Millionen Euro abgeschlossen und ist zuversichtlich, dass der geplante Verkauf an einen privaten Investor gelingen wird. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres hatte der Verlust vor Steuern noch bei 36 Millionen Euro gelegen. Das gute Ergebnis entspreche den internen Planungen der Bank und basiere auf einem intensiven Neugeschäft, verringerten Altbeständen und Einsparungen auf der Kostenseite, teilte die HSH Nordbank am Freitag in Hamburg mit.

Die HSH Nordbank war während der Finanzkrise in eine Schieflage geraten und ächzt bis heute unter einem Berg fauler Schiffskredite. Der Staat musste damals einspringen und stützte die Bank mit einer milliardenschweren Garantie. Auf Druck der EU müssen sich die Besitzer - die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein - bis Anfang 2018 von der HSH Nordbank trennen, andernfalls wird sie abgewickelt.

„Wir sind mit diesem Quartalsergebnis zufriedenstellend in das wichtige Jahr 2017 gestartet und haben die erste Phase des Privatisierungsverfahrens positiv abgeschlossen“, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch. Für das Gesamtjahr erwarte die Bank unverändert ein positives Ergebnis vor Steuern von rund 100 Millionen Euro.

Die HSH Nordbank, die bis zum Februar des nächsten Jahres verkauft werden muss, besteht aus einer gesunden Kernbank und einer mit Altlasten behafteten Abbaubank unter einem gemeinsamen Dach. Der Gewinn der Kernbank lag vor Steuern bei 262 (Vorjahr: 118) Millionen Euro. Die Abbaubank hat dagegen 101 Millionen Euro verloren.

Die HSH Nordbank hat 2,2 Milliarden Euro neue Kredite vergeben, rund ein Viertel mehr als im Vorjahr. Das könnte für mögliche Interessenten ein wichtiger Hinweis auf das geschäftliche Potenzial der HSH Nordbank sein.

Auf der anderen Seite steht die Abbaubank, in der allein rund zehn Milliarden Euro problematische Schiffskredite gebündelt sind. Die Schifffahrtskrise geht ins neunte Jahr und macht möglicherweise weiterhin wachsende Risikovorsorge erforderlich. Im ersten Quartal waren es 198 Millionen Euro, davon 187 Millionen Euro in der Abbaubank. Ein möglicher Käufer soll beide Teile der Bank übernehmen.

Ermisch erinnerte jedoch vor kurzem im „Handelsblatt“ daran, dass die Auflagen der EU auch Teilverkäufe ermöglichen. Die Länder als Eigentümer müssten eine Lösung finden. „Uns ist sehr bewusst, dass der Eigentümerwechsel in einem schwierigen Spannungsfeld stattfindet“, sagte Ermisch. „Wir sind zuversichtlich, dass eine gesamthafte, tragfähige Privatisierungslösung gelingt und werden die Ländereigner dabei weiter nach Kräften unterstützen.“

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erstellt am 16.Jun.2017 | 14:09 Uhr

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