zur Navigation springen

Kommentar zum Stellenabbau : HSH Nordbank streicht 500 Jobs

vom

Landespolitiker befürchten Jobverluste vor allem in Kiel. Doch die Landeshauptstadt muss nicht den Kürzeren ziehen, kommentiert Bernd Ahlert.

Kiel | Die HSH Nordbank kommt einfach nicht zur Ruhe. Gerade erst hat die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein den Stresstest der Europäischen Zentralbank mit Ach und Krach bestanden. Schon platzt die nächste Bombe. Jeder fünfte Arbeitsplatz soll bis Ende 2017 abgebaut werden. Die emotionale Achterbahnfahrt bei den Anteilseignern und den Angestellten der Bank geht weiter. 500 von derzeit 2600 Jobs lassen sich nicht im Vorbeigehen einsparen. Im Zuge des Stellenabbaus wird es auch um die Frage gehen, welche Geschäftsbereiche eingedampft oder aufgegeben werden. 

Vordergründig verkauft HSH-Chef Constantin von Oesterreich die Stellenstreichungen als ein Programm, dass die Rentabilität der Bank steigern soll. Wahrscheinlicher ist, dass die bittere Medizin  im vorauseilenden Gehorsam auf das laufende Beihilfeverfahren der EU verabreicht wird. Überprüft wird dabei, ob das Geschäftsmodell  der HSH als „Bank für Unternehmer“ trägt. Zur Erinnerung: Schon einmal hat es ein Beihilfeverfahren gegeben – das mit harten Auflagen endete. 2011 wurde der HSH diktiert, Flugzeugfinanzierungen und das internationale Immobiliengeschäft aufzugeben sowie die Schiffsfinanzierung markant zurückzufahren. Ziel damals sollte es sein, die HSH zu einer führenden Geschäfts- und Mittelstandsbank im Norden umzubauen. Das ist auch geschehen – allerdings nur eingeschränkt. Die Finanzierung von Windparks in Bayern oder Frankreich oder eines Einkaufszentrums in Hessen hat wenig mit einer Bank für Unternehmer in Norddeutschland zu tun. Niemand weiß, wie die EU diese Tatsache bewertet. 

Fest steht, die HSH muss an ihren Kostenstrukturen arbeiten und Mitarbeiter entlassen – in der Hoffnung, dass dieser Schritt mit dazu beiträgt, das Beihilfeverfahren zu überstehen. Andernfalls droht die Abwicklung. Angesichts dieser Notoperation sollten die Anteilseigner prüfen, ob sie nicht alte Vertragsvereinbarungen überarbeiten müssen. Die HSH operiert mit einer teuren Doppelstruktur in Hamburg und Kiel. Hier lässt sich viel Geld einsparen – und das muss nicht heißen, dass Kiel den Kürzeren zieht.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Nov.2014 | 08:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen