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Investitionen des Militärs : Hier verdient SH an Kampfeinsätzen der USA

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Der Antiterrorkampf der USA ist ein Wirtschaftsfaktor für Unternehmen in Schleswig-Holstein. Wer verdient an Aufträgen des US-Verteidigungsministeriums?

shz.de von
erstellt am 12.Jan.2014 | 14:59 Uhr

Flensburg | Sicherheitspolitik und -methoden der USA haben in Deutschland zuletzt stark an Akzeptanz verloren. Doch für Unternehmen in Schleswig-Holstein ist der Antiterrorkampf der Amerikaner ein Wirtschaftsfaktor. Das ergibt die Auswertung der Datenbank „Federal Procurement Data System“ (FPDS) durch Schleswig-Holstein am Sonntag. Insgesamt zahlte demnach das US-Militär seit 1992 mindestens 20 Millionen Euro an Unternehmen ganz unterschiedlicher Branchen von Medizin bis Sicherheit:

KIEL
Unternehmen der Landeshauptstadt erhielten vom Verteidigungsministerium der USA 9,15 Millionen Euro. Kiel steht damit an der Spitze Schleswig-Holsteins. Ausschlaggebend dafür ist die börsennotierte Rheinmetall AG mit Sitz in Düsseldorf. Sie unterhält in Schleswig-Holstein zwei von 30 deutschen Standorten. Das Unternehmen ist eine der großen Adressen der internationalen Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie. In Kiel sitzt die Rheinmetall Landsysteme GmbH (vorher Panzerbauer MaK) und produziert dort unter anderem gepanzerte Kettenfahrzeuge wie den Schützenpanzer Puma. Im FPDS sind allein für Rheinmetall Kiel in den vergangenen fünf Jahren 164 öffentliche Aufträge des amerikanischen Verteidigungsministeriums verzeichnet. Der Kieler Standort macht mit dem „Department of Defense“ gute Geschäfte. Am 17. April 2009 vergab das Ministerium beispielsweise einen Auftrag in Höhe von umgerechnet 576416 Euro für Flugzeugteile. Wenig später wurde im selben Jahr am 13. Juli ein Auftrag mit der gleichen Beschreibung in Höhe von 395988 Euro unterzeichnet. Seit Januar 2009 setzte das Unternehmen so 6,41 Millionen Euro um.

FLENSBURG
In Flensburg stellt die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft gepanzerte Ketten- und Radfahrzeuge her. Dort schlossen die Amerikaner 2004 Verträge für Reparaturarbeiten an Fahrzeugen in Höhe von 55007 Euro. Seit 2006 gab es laut dem FPDS keine weiteren Verträge. Ganz anders die Greylogix GmbH: Das US-Militär sorgte für 301276 Euro Umsatz bei dem auf Automatisierungsprozesse in der Energie- und Versorgungswirtschaft, der Chemieindustrie  sowie in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie spezialisierten Unternehmen.

LÜBECK
Das US-Militär ist auch ein guter Kunde des Drägerwerks in Lübeck. Bei dem Unternehmen für Medizin- und Sicherheitstechnik sind seit 1995 mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium 29 Aufträge geschlossen worden. Herausragend ist dabei ein Auftrag für Sicherheits- und Rettungsequipment in Höhe von 340441 Euro am 24. August 2004.

BAD OLDESLOE
Zum Schutz gegen Feuer setzt das US-Militär auf Technik aus Bad Oldesloe. Allein in den vergangenen fünf Jahren erhielt die Minimax GmbH 29 Aufträge für Brandschutztechnik und -service. So vergaben die Amerikaner im Februar 2011 einen Auftrag in Höhe von 66722 Euro für Reparatur und Wartung an die Bad Oldesloer, die alles vom Feuerlöscher bis hin zu komplexen Löschsystemen sowie den dazugehörigen Service anbieten.

BAD SCHWARTAU
Die DEHAS Medizintechnik & Projektierung GmbH in Bad Schwartau hat neben zivilen Krankenhäusern auch das „Department of Defense“ als Kunden. 70 Aufträge erhielt das Unternehmen mit dem Schwerpunkt auf medizinische Sauerstoffanwendung in den vergangenen fünf Jahren. Der größte Auftrag schlug laut FPDS mit umgerechnet 274046 Euro zu Buche. Seit 2009 erwirtschaftete DEHAS mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium so einen Umsatz von knapp über drei Millionen Euro.

 

Die Spur der 20 Millionen Euro zeigt, wer in Schleswig-Holstein an den Militäraktivitäten der USA verdient. Diese Summe ist jedoch nur ein kleiner Teil, der im Norden getätigten Militär-Investitionen. Insgesamt machte die Branche mit 4991 Mitarbeitern im Jahr 2011 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro, so Dieter Hanel, Vorsitzender des Arbeitskreises Wehrtechnik Schleswig-Holstein. „Die USA spielen vom Umsatz her keine besondere Rolle für die Wehrtechnik in Schleswig-Holstein“, so Hanel. Südkorea sei beispielsweise ein wesentlich wichtigerer Abnehmer. 

Investieren US-amerikanische Behörden vor Ihrer Haustür? Folgen Sie dem Link und geben Sie in die Suchmaske Ortsnamen aus Schleswig-Holstein ein.

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