Ausbau in Ahrensburg : Hela-Gewürzwerk setzt auf Wachstum

Betriebsleiter Andreas Deppe hält einen der Verkaufsschlager in Händen: den Gewürzketchup. Die Saucen eingerechnet, die in Ahrensburg produziert werden, verlassen etwa 40.000 Tonnen pro Jahr das Werk. Foto: Ruff
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Betriebsleiter Andreas Deppe hält einen der Verkaufsschlager in Händen: den Gewürzketchup. Die Saucen eingerechnet, die in Ahrensburg produziert werden, verlassen etwa 40.000 Tonnen pro Jahr das Werk. Foto: Ruff

Gewürze, Ketchup, Marinaden - in mehr als 60 Länder liefert Hela aus Ahrensburg. Der Familienbetrieb will seine Fabrik in den kommenden zehn bis 15 Jahren modernisieren.

shz.de von
19. März 2013, 06:51 Uhr

Ahrensburg | Der chinesische Markt gehört zu jenen, die Björn Laue besonders fest im Blick hat. "Das ist einfach ein sehr großer Markt, der uns aber schon allein aufgrund der anderen Ernährungsgewohnheiten dort vor ganz andere Herausforderungen stellt", sagt Laue, der Inhaber des Gewürzwerkes Hermann Laue (Hela). Längst macht Laue Geschäfte in der Volksrepublik. Hela hat eine eigene Niederlassung dort. Nur wie er den Asiaten die deutsche Currywurst und vor allem den dazugehörigen Gewürzketchup schmackhaft machen soll, darauf hat er noch keine rechte Antwort. "Aber etwas müssen meine Kinder ja auch noch zu tun haben", sagt Laue mit einem Augenzwinkern.

Hela ist ein Familienunternehmen. Seine Produktpalette reicht von Gewürzen über Gewürzmischungen, Ketchup und Zusatzstoffen bis hin zu Marinaden und Saucen. Die Liste der Kunden ist lang - von der weiterverarbeitenden Industrie bis hin zum Einzelhandel. Das Unternehmen liefert in über 60 Länder rund um den Globus. In Australien, China, Chile, Kanada, Singapur, Österreich und den Niederlanden hat es eigene Niederlassungen. Hela hat weltweit 620 Angestellte, davon 365 in Ahrensburg. Der Konzernumsatz lag 2012 bei 165 Millionen Euro.

40.000 Tonnen Ketchup und Saucen pro Jahr

Dabei wird der Ketchup - das umsatzstärkste Einzelprodukt - nur in dem Werk am Rande Hamburgs hergestellt. "Erstens, weil so eine Produktionsanlage sehr teuer ist. Und zweitens, weil die Rezeptur ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis ist", sagt Stefan Schult, der für den nationalen Verkauf zuständig ist. "Wir produzieren in Ahrensburg Ketchup für den Rest der Welt", so Schult. Die Saucen eingerechnet sind es etwa 40.000 Tonnen pro Jahr.

Und es könnten in Zukunft noch mehr werden. Hela plant, die Fabrik in Ahrensburg in den kommenden zehn bis 15 Jahren umzubauen. "Unser Ziel ist es, den Standort komplett zu modernisieren und dadurch auch die Produktion zu steigern", sagt Laue. Derzeit laufen die Bauvoranträge bei der Stadt. Über die Höhe der Investition will Laue sich allerdings nicht äußern. "Es sind zwar bereits Zahlen in der Öffentlichkeit genannt worden, aber die kommen leider nicht von uns. Dazu können wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts sagen."

"Kein klassischer Gewürzhändler"

Gegründet wird das Unternehmen 1905 in Hamburg von Hermann Laue. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigen auch dessen Söhne Kurt und Rudolf in den Betrieb ein. 1963 - also vor genau 50 Jahren - bringt das Unternehmen seinen bekannten Gewürz-Ketchup auf den Markt. 1983 übernimmt Björn Laue, der Enkel des Firmengründers, die Leitung des Unternehmens - zunächst gemeinsam mit seiner Mutter. 1985 baut Hela sein erstes Technikum - eine Versuchsfleischerei für die Produktentwicklung und Schulung von Fleischerhandwerk und Fleischwarenindustrie. Ende der 80er Jahre beginnt Hela seinen Firmensitz von Hamburg nach Ahrensburg zu verlegen. Statt eines Neubaus bezog die Firma die Räume einer alten Zigarettenfabrik und der Walterwerke. Das Firmengelände ist heute etwa 86.000 Quadratmeter groß. 2008 investierte Hela bereits 2,5 Millionen in ein neues Technikum.

Technik und Technologie sind zwei wichtige Stichwörter für Björn Laue. "Wir sind ein hochmodernes Industrieunternehmen und kein klassischer Gewürzhändler, wie man sie früher einmal kannte", sagt er. "Wenn die Gewürze bei uns in Säcke verpackt ankommen, dann war der Bauer, der letzte, der sie in der Hand gehabt hat." In Ahrensburg läuft alles maschinell - "egal ob wir die Qualität der Gewürze prüfen, sie entstauben, entsteinen, auf Metallreste hin untersuchen oder weiterverarbeiten".

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