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Wärme wird noch teurer : Heizkosten steigen auf Rekordniveau

vom

Wärme kostete in 2012 und 2013 so viel wie noch nie. Schleswig-Holstein ist in einer neuen Studie zu Heizkosten der Spitzenreiter. Auch 2014 geht der Anstieg weiter. Besonders teuer: Heizen mit Öl.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
erstellt am 28.Dez.2013 | 10:01 Uhr

Hamburg/Kiel | Die warme Wohnung wird im Norden immer mehr zum Luxus. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, nach der die Deutschen in den Jahren 2012 und 2013 so viel für Heizkosten bezahlen mussten wie noch nie. „Für die meisten Mieter wird das Jahr 2013 zum teuersten Heizjahr der Geschichte“, warnt der Studienautor Steffen Bukold vom Hamburger Beratungsbüro Energy Comment. In seiner Analyse hebt Energy Comment Norddeutschland besonders hervor. Das Land zwischen den Meeren gilt aufgrund seiner Lage als Spitzenreiter beim Energieverbrauch.

In diesem Jahr müssen die Verbraucher in Schnitt 1288 Euro für Heizölkosten aufbringen. Bereits 2012 mussten Bewohner einer 80-Quadratmeter-Wohnung mit Ölheizung der Studie zufolge Nachzahlungen von im Schnitt 204 Euro leisten. Die Ölheizung ist inzwischen „zur Preisfalle für zwölf Millionen deutsche Haushalte geworden“, warnt Bukold. Einer bundesweiten Prognose des Deutschen Mieterbundes zufolge müssen in diesem Jahr für eine 90 Quadratmeter-Wohnung mit Ölheizung gut 14 Prozent mehr bezahlt werden als 2012. Allein im ersten Quartal stiegen die Kosten um bis zu 65 Euro. Für Gas- und Fernwärmekunden geht der Verband von einem 17-prozentigen Plus aus. Während Autofahrer sich zuletzt über tendenziell niedrigere Preise freuen durften, müssen viele Verbraucher beim Heizen also immer tiefer in die Tasche greifen.

Bei immer mehr Neubauten in Schleswig-Holstein wird daher auf Alternativen wie Solarwärme gesetzt. Bundesweit wird nach Angaben des Bundesverbands der Solarwirtschaft jede fünfte neu errichtete Wohnung inzwischen mit Wärmeenergie aus Solaranlagen versorgt. In Schleswig-Holstein ist es sogar fast jede vierte. Im vergangenen Jahr wurden von 8378 fertig gestellten Wohnungen im Land 1945 mit Wärmeenergie aus Sonnenkraft versorgt, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Der Mieterbund Schleswig-Holstein sieht die Probleme allerdings vor allem beim Bestand. „Wir haben zu viele alte Häuser“, kritisiert Geschäftsführer Jochen Kiersch.

Laut der Energy-Comment-Studie, die im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen erstellt wurde, steigt auch die Abhängigkeit von Energieimporten drastisch. 1135 Euro muss rechnerisch jeder Deutsche im ablaufenden Jahr für die Einfuhr fossiler Energieträger zahlen – 473 Euro mehr als noch vor fünf Jahren. Geld, das Regionen wie Schleswig-Holstein bei der Kaufkraft verloren geht.

Auf ein schnelles Ende der Preissteigerungen dürfen Verbraucher nicht hoffen. Stattdessen geht Bukold davon aus, dass die Heizölpreise bis zum Jahr 2020 um weitere 50 Prozent steigen dürften.

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