Hauseigentümer stehen zu ihren sozialen Pflichten

Landesvorsitzender von Haus und Grund: Alexander Blazek.
Landesvorsitzender von Haus und Grund: Alexander Blazek.

Landesverbandstag von Haus und Grund: Ministerpräsident beharrt auf einer bundeseinheitlichen Grundsteuer

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26. April 2019, 17:21 Uhr

Flensburg | Das war nicht zu erwarten beim Landesverbandstag des Eigentümervereins Haus und Grund: Es ging um Obdachlosigkeit, Flüchtlinge und die Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Dabei müssen sich die Mitglieder der Organisation eigentlich keine Vorhaltungen machen. Sie stellen über 60 Prozent des vermieteten Wohnraums in Schleswig-Holstein, und sie bescheiden sich mit einer durchschnittlichen Mietpreiserhöhung unter der Inflationsquote. So listete es Verbandsvorsitzender Alexander Blaschek auf, der der Jamaika-Landesregierung dafür dankte, dass die ohnehin wirkungslose Mietpreisbremse hierzulande abgeschafft wurde.

Der Ministerpräsident war es, der eine kleine Zumutung im Gepäck hatte: Eine Grundsteuerregelung müsse bundesweit einheitlich sein; Schleswig-Holstein habe dazu einen Vorschlag unterbreitet, der aber keine neue Bürokratie schaffe.

Einig waren sich alle über den Unsinn einer Enteignungsdebatte: Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, sonst immer wieder mal links der Mitte unterwegs, nannte es eine „absurde Diskussion“ - es gebe genügend starke Akteure, um Wohnraum zu schaffen.

Aber Landtagspräsident Klaus Schlie erinnerte eben auch an das drängende Thema Wohnungslosigkeit, wo sich die Privatvermieter in Einzelfällen engagieren wie auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen.  Poetry-Slamerin Mona Harry verwies auf Menschen in ihrem Freundeskreis, die gar nicht die Gelegenheit hätten, durch Betongold Vermögen zur Altersvorsorge aufzubauen. Da wurde es still im Deutschen Haus.

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