zur Navigation springen
Wirtschaft

21. Oktober 2017 | 18:26 Uhr

Hauptsache Kaffee

vom

"Paul Heyck" setzt als Familienunternehmen seit Generationen auf Kaffee und Tee - heute ist es eines der ältesten Spezialitätengeschäfte im Norden

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | In den 70er Jahren waren es Teerunden und Räucherstäbchen, heute sind es Latte Macchiato und handgefilterte Kaffees. Bei Kaffee- und Teehändler "Paul Heyck" in Kiel war man stets mit der Zeit. "Eines von beiden trinken die Leute immer", sagt Peter Vagt, der das Traditionsunternehmen in der dritten Generation führt. Seitdem sein Großvater Ludwig Vagt das Geschäft in der Kieler Innenstadt 1906 übernommen hatte, baute die Familie den einstigen Kolonialwarenhändler zu einem der etabliertesten und originellsten Kaffeeröster und Teeanbieter in Schleswig-Holstein aus. Ludwigs Sohn, Herbert Vagt, der noch mit gut 80 Jahren im Laden stand, machte das Unternehmen nach dem Krieg zu dem, was es heute ist. Er verbannte die meisten Kolonialwaren und Lebensmittel aus dem Geschäft, setzte allein auf Kaffee und Tee und schuf damit ein über die Grenzen Kiels hinaus bekanntes Unternehmen.

Dabei mag anfangs auch Glück eine entscheidende Rolle gespielt haben. Herbert Vagt gelangte im Hamburger Freihafen an etwas, das nach dem Krieg Mangelware war: Bohnenkaffee. Hauptsache Kaffee.

Denn der Deutsche ist passionierter Kaffeetrinker. Seit ein paar Jahren liegt das Getränk aber wieder verstärkt im Trend. 149 Liter Kaffee hat jeder Bundesbürger nach Angaben des Deutschen Verbandes im Durchschnitt im Jahr 2012 konsumiert und damit 30 Prozent mehr als der durchschnittliche EU-Bürger.

Das bekommt auch "Paul Heyck" zu spüren. 50 bis 60 Kaffeesorten hat das Unternehmen im Angebot. Dazu 300 Sorten Tee. Um sich gegen Supermärkte zu behaupten, muss "Heyck" auf Service, Qualität und Frische setzen. "In Spitzenzeiten stehen bis zu zehn Mitarbeiter hinter dem Tresen." Und wenn es sein muss, wird ein spezieller Kundenwunsch erfüllt und die Bohne frisch geröstet.

Einen Großteil der Produkte verkauft "Heyck" mittlerweile über das Versandgeschäft. Vor allem ehemalige Studenten der Kieler Uni seien dem Kaffee- und Teehandel treu geblieben, stünden längst andernorts in Lohn und Brot und ließen sich ihren von "Paul Heyck" selbst parfümierten Earl-Grey-Tee oder andere Spezialitäten nachschicken, erzählt Peter Vagt.

Hand geschriebene Schilder, volle Schaufenster, dunkles Holz, weiße Schürzen. Wer das Geschäft in der kleinen Faulstraße an der Fußgängerzone betritt, hat das Gefühl, in der Zeit von Großvater Ludwig Vagt angekommen zu sein. Und was trinkt der Fachmann Peter Vagt am liebsten? "Morgens Kaffee und nachmittags Tee", antwortet Peter Vagt diplomatisch. Auf jeden Fall keine Pads und keine Kapseln.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen