zur Navigation springen

Finanzsicherheit : Haspa stöhnt über Bankenregulierung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die EU schaut den Banken in Sachen Finanzsicherheit besonders gründlich auf die Finger: Allein bei der Haspa beschäftigen sich knapp 30 Mitarbeiter damit, die dafür nötigen Informationen aufzubereiten - ein erheblicher Kostenfaktor.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2014 | 19:18 Uhr

Hamburg | Die einheitliche europäische Bankenaufsicht wird für die Hamburger Sparkasse (Haspa) ein teurer Spaß. Um die regulatorischen Anforderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erfüllen, muss Deutschlands größte Sparkasse zusätzliche Kosten in Höhe von 10 bis 20 Millionen Euro stemmen. 20 bis 30 Mitarbeiter beschäftigen sich bei der Haspa ausschließlich damit, den geforderten Meldepflichten nachzukommen und die erforderlichen Informationen aufzubereiten. „Die Bankenaufsicht kostet viel Zeit und Geld“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Haspa, Harald Vogelsang, gestern in Hamburg.

Ziel der einheitlichen Bankenaufsicht ist es, das Finanzsystem in Europa sicherer zu machen. Dafür werden derzeit alle europäischen Banken mit einer Bilanzsumme von mehr als 30 Milliarden Euro auf den Prüfstand gestellt. Obwohl die Haspa ein rein regional operierendes Kreditinstitut ist, zählt die Sparkasse mit einer Bilanzsumme von gut 40 Milliarden Euro zu jenen 124 größten europäischen Banken, die die Aufsichtsbehörden bis Ende des Jahres durchleuchten werden. Nach Einschätzung von Haspa-Chef Harald Vogelsang ist das ein nicht unproblematisches Verfahren, das für ein im europäischen Vergleich relativ kleines Institut wie die Haspa völlig neue Herausforderungen bei der Informationsaufbereitung mit sich bringe. „Wir fühlen uns durch die Meldepflichten bedrängt“, erklärte Vogelsang.

Sorgen bereiten der Haspa zudem die anhaltend niedrigen Zinsen. „Die Finanzrepression lebt weiter. Eine Rendite in Inflationshöhe ist derzeit unmöglich“, kritisiert Vogelsang die verordnete Niedrigzinspolitik der EZB.

Dennoch hat die Haspa im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 einen gegenüber dem Vorjahr konstanten Jahresüberschuss von 75 Millionen Euro erwirtschaftet. Während sich der Zinsüberschuss aufgrund der niedrigen Zinsen um mehr als fünf Prozent auf 687 Millionen Euro verringerte, konnte der Provisionsüberschuss um gut zehn Prozent auf 254 Millionen gesteigert werden. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um gut fünf Prozent auf 28,6 Milliarden Euro, der Kreditbestand stieg um 0,1 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro.

Insgesamt gewann die Haspa 2013 rund 67.000 Neukunden hinzu. Zugleich wurden die Personal- und Sachkosten um 5,4 Prozent auf 653 Millionen Euro gesenkt. Dabei wurden gut 150 der insgesamt 5500 Stellen gestrichen – nachdem die Haspa in den Vorjahren noch rund 500 neue Mitarbeiter eingestellt hatte. Für das laufende Jahr zeigt sich Vogelsang optimistisch. Ein „vielversprechendes konjunkturelles Umfeld“ deute darauf hin, dass die Haspa auch 2014 weiter wachsen werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert