zur Navigation springen

Gute Umsätze auf den letzten Metern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einzelhandel erwartet deutliches Plus im Weihnachtsgeschäft / Textilbranche hat das Nachsehen

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
erstellt am 22.Dez.2015 | 00:33 Uhr

Noch in der ersten Dezember-Woche war die Unzufriedenheit im norddeutschen Handel groß. Das wichtige Weihnachtsgeschäft – es wollte nicht so recht in Gang kommen. Inzwischen hat sich geändert. Dennoch dürfte die diesjährige Ausgabe der Festtage nicht für alle Einzelhändler zwischen Nord- und Ostsee ein Grund zur Freude sein.

Der Startschuss für den Endspurt im Weihnachtsshopping ist jedenfalls gefallen: Am vierten Adventswochenende sei es richtig voll gewesen, berichtet Monika Dürrer, Geschäftsführerin beim Einzelhandelsverband Nord (EHV Nord) in Kiel. „Geschenke werden immer später gekauft“, sagt sie. Ein Trend, der wohl auch nicht nur mit dem derzeitigen Wetter zu tun hat. Gefragt sind der Expertin zufolge die Klassiker: Parfüms beispielsweise oder Unterhaltungselektronik.

Auch Haushaltswaren würden verstärkt zum Fest gekauft und verschenkt, berichtet Dürrer. Allerdings dürfte es sich dabei mehrheitlich nicht um Waschmaschinen oder Geschirrspüler handeln, sondern um Kaffeemaschinen aller Art – die aus Sicht der EHV-Nord-Geschäftsführerin Männer wie Frauen gleichermaßen begeistern dürften. „Das fällt auch schon eher unter Unterhaltungselektronik.“ Das Nachsehen hat indes die Textil-Branche. Einen großen Bedarf an Winterklamotten gibt es nicht. Das Wetter ist zu warm. In manchen Geschäften werde bereits der Rotstift angesetzt, heißt es in Kiel.

Anders die Situation beim Spielzeug. Dort sei es „richtig gut gelaufen“, sagt Dürrer. Für die Branche ist das überlebenswichtig – Weihnachten macht bei ihr rund 40 Prozent des Jahresergebnisses aus. Doch auch insgesamt ist der Stellenwert von Weihnachten für den Handel inzwischen gewaltig. Der stationäre Einzelhandel macht nach EHV-Zahlen gut 20 Prozent seines Umsatzes in den Wochen vor dem Fest. Beim Online-Versandhandel sind es sogar 25 Prozent.

Dennoch schlägt, je näher Heiligabend rückt, wohl besonders die Stunde des stationären Handels. Davon zeigt sich Dürrer überzeugt – allen Schnell-Liefer-Offensiven der Online-Händler zum Trotz. „Grundsätzlich sagt der Kunde: ‚Ich brauche es nicht unbedingt in 24 Stunden, ich brauche es, wenn ich da bin‘“, berichtet sie. Über „gut geschmückte Innenstädte, gut geschmückte Schaufenster“ könne der stationäre Handel in vielen Innenstädten zudem zusätzlich gegenüber der Konkurrenz aus dem Netz punkten.

Deutschlandweit erwartet der Dachverband HDE in diesem Jahr einen Umsatz von 86,7 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft – das entspricht einem Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das erwartet Dürrer auch für Schleswig-Holstein. Für das Gesamtjahr sollen nach EHV-Nord-Schätzung sogar 2,5 bis 2,7 Prozent mehr in den Büchern der Händler im Norden stehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen