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Verleihung bei Kieler Woche 2015 : Gorbatschow bekommt Kieler Weltwirtschaftspreis

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Neben dem früheren sowjetischen Staatschef erhält auch ein Berater von US-Präsident Obama die Auszeichnung.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2015 | 13:37 Uhr

Kiel | Ein früherer Staatschef, ein Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, zwei Unternehmer und ein herausragender Ökonom erhalten den Kieler Weltwirtschaftlichen Preis 2015. In der Kategorie Politik geht die Auszeichnung an den früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. „Man kann sich kaum jemanden vorstellen, der mehr bewirkt hat in der politischen Landschaft der Welt“, sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, am Mittwoch. Ausgezeichnet werden zudem der Vorstandsvorsitzende von General Electric, Jeffrey Immelt, die Textilunternehmer Kristine und Douglas Tompkins sowie der Wirtschaftswissenschaftler Sir Christopher A. Pissarides.

Snower betonte bei der Bekanntgabe der Preisträger, sie alle hätten „etwas Gewohntes und Sicherheit vermittelndes, etwas, was ihnen lange richtig und wichtig erschien, aufgegeben, um etwas sehr viel Größeres zu erreichen“.

Die Preisverleihung findet während der Kieler Woche am 21. Juni statt. Auch Gorbatschow wird dann erwartet. Das IfW, die Landeshauptstadt Kiel, sowie die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein würdigen mit dem zum elften Mal vergebenen Preis jährlich einen Politiker, Ökonomen und Unternehmer, die sich als Vordenker einer weltoffenen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft verdient gemacht haben.

Nach Ansicht Snowers könne die Weitsicht Gorbatschows, die Limitierungen eines politischen Systems für die Freiheit des Einzelnen erkannt und damit dessen Ende akzeptiert zu haben, nicht hoch genug geschätzt werden. „Michail Gorbatschow hat die politische Landschaft Europas und der Welt entscheidend zum Positiven verändert. Ohne ihn könnten wir dieses Jahr nicht das 25. Jubiläum der Deutschen Einheit feiern.“

Preisträger Jeffrey Immelt ist seit 14 Jahren Vorstandsvorsitzender von General Electric und Wirtschaftsberater des US-Präsidenten. „Eine ganz große Nummer in der Weltwirtschaft“, wie Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sagte. Immelt sei einer der bedeutensten CEOs in der Nachkriegszeit und habe den angeschlagenen Konzern durch eine Rückbesinnung auf alte Stärken und spektakuläre Übernahmen wieder in die Spur geführt.

Wirtschaftsnobelpreisträger Christopher Pissarides habe mit seiner Idee der Sucharbeitslosigkeit das Verständnis für das tatsächliche Geschehen am Arbeitsmarkt wesentlich erweitert, sagte Snower. Bis dahin sei für Ökonomen unzweifelhaft gewesen, dass einzig die Höhe der Löhne für Arbeitslosigkeit verantwortlich ist. „Die Idee, dass Angebot und Nachfrage aufgrund des fehlenden Wissens voneinander nicht zusammenfinden, war revolutionär.“

Auf das US-Unternehmerpaar Kristine und Douglas Tompkins treffe der Begriff Umweltaktivisten zu, sagte IHK-Vizepräsident Klaus-Hinrich Vater. „Mit rund einer Million Hektar besitzen sie mehr geschütztes Land als jeder andere auf der Welt.“ Beide hatten mit Bekleidungsfirmen (The North Face, Esprit und Patagonia) ein Vermögen verdient, das sie zum Aufbau riesiger Nationalparks und Naturreservate in Chile und Argentinien einsetzten.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Altkanzler Helmut Schmidt (SPD), die früheren Präsidenten von EU-Kommission und Europäischer Zentralbank, Jacques Delors und Jean-Claude Trichet, mehrere Nobelpreisträger sowie Spitzen-Unternehmer wie Wendelin Wiedeking (Porsche), Ingvar Kamprad (Ikea), Dietmar Hopp (SAP) und Liz Mohn (Bertelsmann).

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