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Kommentar : Glanzloser Apfel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ohne neue Ideen, die dem Käufer echten Nutzwert bringen, könnte Apple den Nimbus der Unbesiegbarkeit bald verlieren. Ein Kommentar von Frank Albrecht.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 07:38 Uhr

Am 5. Oktober ist Steve Jobs zwei Jahre tot. Doch der Mythos Apple, den der kreative Kopf des Unternehmens geschaffen hat, lebt weiter. Wenn auch der Wirbel im Vorfeld der Präsentation des neuen iPhones gestern Abend nicht mehr ganz die Dimension früherer Jahre und Produkte erreicht hat.

Das ist auch nicht verwunderlich. Apples Glanz ist ganz schön ramponiert. Längst gibt es andere Smartphones auf dem Markt, die dem iPhone locker das Wasser reichen können. Einige sind sogar besser – vor allem aber billiger. Auch auf dem Tablet-Markt ist das einst revolutionäre iPad nicht mehr der unangefochtene Platzhirsch. Zudem hat die Computerschmiede aus Kalifornien auf dem Sektor digitaler Karten und Navigation veritable Schwächen gezeigt. Und selbst eingefleischte Apfel-Jünger sind genervt davon, dass Apple-Produkte fast nur mit Zubehör aus dem gleichen Hause kompatibel sind. Das sind die Gründe dafür, dass der neue Apple-Boss Tim Cook sich mit Absatzeinbrüchen und sinkenden Aktienkursen herumschlagen muss. Obendrein hat sich der US-Investor Carl Icahn für rund 1,5 Milliarden Dollar Aktien von Apple zugelegt. Icahn ist bekannt dafür, dass er möglichst schnell möglichst viel Geld machen will. Kein leichter Job für Tim Cook.

Da soll das neue iPhone helfen. Und das wird es wohl auch. Viele Kunden betrachten Apple als „sexy Girl“, ein cooles Objekt der Begierde, das die Blicke auf sich zieht. Das funktioniert natürlich nur, wenn man sich ab und zu ein neues Mädchen zulegt. Zudem wollen Apple-Käufer sich mit der Aura der Kreativen umgeben, sie geben sich als Individualisten, die es sich leisten können, überteuerte Produkte zu kaufen. Auch deshalb lebt der Mythos Apple.

Die Frage ist nur: Wie lange noch? Ohne neue Ideen, die dem Käufer echten Nutzwert bringen, könnte Apple den Nimbus der Unbesiegbarkeit bald verlieren.

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