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Lübecker Hafen : Gewerkschaft vermutet Ausstiegspläne von Rreef

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Seit Wochen lähmen Warnstreiks den Lübecker Hafen. Schuld sei der Minderheitsgesellschafter, sagt die Gewerkschaft Verdi.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 05:12 Uhr

Lübeck | Der seit Monaten schwelende Tarifstreit im Lübecker Hafen spitzt sich zu. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Minderheitsgesellschafter Rreef vor, die Unterzeichnung eines bereits im März ausgehandelten Vertrages zur Arbeitnehmersicherung bewusst hinauszuzögern, um aus dem Hafen aussteigen zu können. Dafür spreche auch, dass der Investor den Kaufpreis für die 2012 erworbenen 12,4 Prozent an der städtischen Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) noch nicht gezahlt habe, sagte Gewerkschaftssekretär Andreas Riedl am Mittwoch. LHG-Geschäftsführer Heinrich Beckmann wollte zu diesen Gerüchten nicht Stellung nehmen.
Seit Wochen gibt es im Lübecker Hafen immer wieder Warnstreiks, mit denen die Beschäftigten die Unterzeichnung des Vertragswerkes erzwingen wollen. Sie befürchten, dass der Investor mit Sitz in London den Hafen zerschlagen will. "Rreef hat die zweite Tranche der Anteile nur übernommen, weil das Unternehmen vertraglich dazu verpflichtet war. Wenn sich ihre Renditeerwartungen nicht erfüllen, werden sie alles versuchen, um aus dem Vertrag rauszukommen", sagte Riedl. Um Schaden vom Hafen abzuwenden, halte er einen Rückkauf durch die Stadt für die beste Lösung.
Beckmann sagte dagegen, die Unterzeichnung verzögere sich, weil die Genehmigung durch die Kommunalaufsicht und die beihilferechtliche Überprüfung durch das Wirtschaftsministerium des Landes noch ausstehen. Diese Entscheidungen könnten auch durch Warnstreiks nicht beschleunigt werden.
Die Deutsche-Bank-Tochter Rreef hatte 2008 zunächst 25,1 Prozent und 2012 weitere 12,4 Prozent der LHG-Anteile von der Stadt gekauft. Um die Beschäftigten vor Entlassungen zu schützen, hatte die Gewerkschaft durchgesetzt, dass Hafenarbeiter bei betriebsbedingten Kündigungen bis zu drei Jahren bei der Stadt weiter beschäftigt oder weiter qualifiziert werden müssen.

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