Philips, Olympus oder Dräger : Gesundheitsindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein boomt

Blick in eine Halle der „Zukunftsfabrik“ von Dräger in Lübeck. /Archiv
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Blick in eine Halle der „Zukunftsfabrik“ von Dräger in Lübeck. /Archiv

Die Branche hat überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze auf hohem Qualifikationsniveau geschaffen, ergab eine Studie.

shz.de von
12. Januar 2018, 16:25 Uhr

Hamburg/Kiel | Wer an Wirtschaftskraft in Hamburg denkt, dem fällt als erstes die Hafenwirtschaft ein. Und tatsächlich ist der Hamburger Hafen noch immer der wichtigste Arbeitgeber und Umsatzbringer im Norden. Andere Branchen aber gewinnen an Bedeutung − wie etwa die Gesundheitsindustrie mit Unternehmen wie Philips, Olympus oder Dräger.

Die Branche hat in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze geschaffen, mehr als 1000 allein zwischen 2014 und 2016 im Bereich Forschung und Entwicklung. Insgesamt beschäftigt die Gesundheitsindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein 49900 Mitarbeiter, das entspricht 1,9 Prozent aller Beschäftigten. Dazu kommen Sekundäreffekte durch die Arbeitsplätze bei Zulieferern und die Konsumausgaben der Beschäftigten, sodass insgesamt rund 76 300 Arbeitsplätze an der Gesundheitsindustrie hängen. Das sind Ergebnisse einer Studie, die das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR für das Netzwerk Life Science Nord mit Sitz in Hamburg erstellt hat. 240 Unternehmen der Gesundheitsindustrie − wie etwa Hersteller von Medizintechnik, Pharma-Produkten und Biotechnologie − haben sich dem Netzwerk angeschlossen, das mit jeweils 440000 Euro pro Jahr von Schleswig-Holstein und Hamburg gleichermaßen finanziell unterstützt und getragen wird. 

Für Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) und Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) ist das Netzwerk ein Paradebeispiel für eine länderübergreifende Zusammenarbeit. „Wenn Hamburg boomt, boomt auch Schleswig-Holstein“, sagte Buchholz am Freitag in Hamburg. Die neue Landesregierung in Schleswig-Holstein habe die Gesundheitswirtschaft zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt. Der Minister ist sich sicher, dass die Gesundheitsindustrie eine boomende Branche der Zukunft im Norden sein wird. Entwicklungen wie eine immer höhere Lebenserwartung der Menschen wirkten wie ein natürlicher Wachstumstreiber. Wie stark die Branche im Norden ist, macht die Wertschöpfung je Einwohner von 865 Euro deutlich. Das ist Platz vier hinter den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Und: „Rund 42 Prozent der aus Deutschland kommenden Vorleistungen wie etwa Einkäufe von Rohmaterialien oder Maschinen sind aus Hamburg und Schleswig-Holstein selbst“, hob Hamburgs Wirtschaftssenator hervor. „Das bedeutet, dass die Branche im deutschlandweiten Vergleich eng mit der Region verflochten ist und die hiesige Wirtschaft von der Entwicklung profitieren kann.“

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