Jakobus-Stiftung in Nortorf : Gericht kippt im Streit bei Aldi-Nord Urteil der Vorinstanz

Die Zeit drängt: Die Amtszeit einer Schöffin endet am 14. Dezember. Gibt es bis dahin kein Urteil, müsste das ganze Verfahren wiederholt werden.

Die Zeit drängt: Die Amtszeit einer Schöffin endet am 14. Dezember. Gibt es bis dahin kein Urteil, müsste das ganze Verfahren wiederholt werden.

Beim Streit zwischen den Familienclans bei Aldi-Nord geht es um viel Geld und um Einfluss in einer wichtigen Familienstiftung.

shz.de von
07. Dezember 2017, 07:56 Uhr

Schleswig | Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht hat im Familienstreit bei Aldi Nord das Urteil der Vorinstanz aufgehoben. Damit ist eine Satzungsänderung bei einer Familienstiftung, die rund ein Fünftel der Anteil an dem Discounterriesen hält, rechtens. Durch die Änderung war nach dem Tod von Gründersohn Berthold Albrecht im Jahr 2012 der Einfluss seiner Familie in der Stiftung spürbar eingeschränkt worden. Die Satzungsänderung war auch vom Kreis Rendsburg-Eckernförde als Stiftungsaufsicht akzeptiert worden. Doch die Erben Bertholds klagten dagegen. Das Verwaltungsgericht gab ihnen aus formalen Gründen Recht.

Das OVG hingegen sagte, die Vorinstanz habe zu Unrecht die Unzulässigkeit der Satzungsänderung festgestellt. Die Revision ist nicht zugelassen. Aldi Nord ist auf drei Familienstiftungen – benannt nach den Aposteln Lukas, Markus und Jakobus – aufgeteilt, die ihren Sitz alle in der schleswig-holsteinischen Provinz haben.

Ein ehemaliges Mitglied des Stiftungsvorstands sagte am Donnerstag vor Gericht, bei der umstrittenen Satzungsänderung sei alles korrekt verlaufen. Er habe vor seinem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Berthold Albrecht darüber gesprochen und ihn „ausdrücklich“ zur Satzungsänderung bevollmächtigt, sagte der Zeuge. Schriftlich erfolgte die Bevollmächtigung aber nicht. Dies sei nicht üblich gewesen.

Berthold Albrecht sei es wichtig gewesen, dass die Unternehmensseite im Vorstand der Jakobus-Stiftung nicht unterrepräsentiert sei, sagte der Zeuge. Albrecht habe sich Sorgen um den Fortbestand des Unternehmens gemacht. Er sei der Ansicht gewesen, seine Kinder hätten kein Interesse an dem Unternehmen, sondern nur an den Geldtöpfen. Der Zeuge selbst habe Berthold schon als „Schulbuben“ gekannt und ihn später ins Unternehmen eingearbeitet.

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