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Gefährliche Sickersäfte : Geldstrafen für Betreiber der Biogasanlage Brokenlande

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Im Januar 2014 liefen bei der Biogasanlage zwei Millionen Liter Gülle aus. Vor Gericht ging es um zwei andere Fälle.

Grossenaspe | Für eine erhebliche Verunreinigung von Boden und Gewässern durch Sickersäfte sind die Betreiber der Biogasanlage Brokenlande in Großenaspe (Kreis Segeberg) am Freitag zu Geldstrafen verurteilt worden. Nach der Entscheidung des Amtsgerichts Neumünster muss der Betriebsleiter und Eigentümer der Biogasanlage 5500 Euro (55 Tagessätze zu je 100 Euro) zahlen, der Geschäftsführer 3300 Euro (55 Tagessätze zu je 60 Euro).

Beide Männer seien durch die unsachgemäße Lagerung von Mais-Silage und Heuballen 2011 und 2013 für starke Verunreinigungen im Grundwasser verantwortlich, urteilte das Gericht. 2011 hätten sie fahrlässig, 2013 vorsätzlich gehandelt. Als Betriebsleiter und Geschäftsführer hätten sie für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage zu sorgen, erklärte die Richterin.   

Umwelttechniker der unteren Wasserbehörde des Kreises Segeberg sowie ein Geologe und andere Zeugen bestätigten vor Gericht, dass das Grundwasser massiv kontaminiert war. Mitarbeiter der Behörde waren immer wieder in der Biogasanlage gewesen und hatten angeordnet, die Missstände zu beseitigen. Dies geschah offenbar zu zögerlich, beklagten mehrere Umwelttechniker. Von Januar bis August 2011 etwa habe man zusehen können, wie Betoneinfassungen, die das Auslaufen der Silage in Boden und Grundwasser verhindern sollten, ganz wegbrachen. Das Grundwasser sei hoch belastet gewesen und habe nur noch Abwasserqualität gehabt.

Der Prozess kam in Gang, weil die Angeklagten gegen Strafbefehle der Staatsanwaltschaft über jeweils 6400 Euro Einspruch eingelegt hatten. Vor Gericht schwiegen sie und ließen nur ihre Verteidiger agieren. Die Staatsanwaltschaft hatte jetzt für vorsätzliches Handeln in beiden Fällen Geldstrafen von 8000 Euro (80 Tagessätze zu je 100 Euro) beziehungsweise 6400 Euro (80 Tagessätze zu je 60 Euro) gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch und will Berufung einlegen.

Die Biogasanlage Brokenlande stand zuletzt im Januar 2014 im Fokus, weil rund zwei Millionen Liter Gülle durch ein Leck ausliefen und Boden und Gewässer kontaminierten. Die Staatsanwaltschaft bereitet weitere Verfahren, unter anderem wegen dieses Umweltverstoßes, vor.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 16:13 Uhr

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