Walterwerk ist Weltmarktführer : Gefragt: Waffelbackanlagen aus Kiel

18.000 gerollte Eiswaffeln pro Stunde schafft die schnellste Maschine von Geschäftsführer Andreas Alexander Eule - damit hält das Walterwerk Kiel nach eigenen Angaben den Weltrekord.  Foto: Dewanger
18.000 gerollte Eiswaffeln pro Stunde schafft die schnellste Maschine von Geschäftsführer Andreas Alexander Eule - damit hält das Walterwerk Kiel nach eigenen Angaben den Weltrekord. Foto: Dewanger

Sie gehört zu den Klassikern der Süßwarenbranche: die Eiswaffel. Gebacken werden viele dieser Waffeln in Kiel.

shz.de von
25. August 2009, 07:42 Uhr

Kiel | Egal ob gerollt, gestanzt oder als Tüte. Egal ob es in Deutschland, den USA, Japan oder Russland ist. Doch wo auch immer auf der Welt gerade jemand in das knusprige Gebäck hineinbeißt - die Anlagen, mit denen die Waffeln gebacken werden, kommen in der Regel aus Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt. Das Walterwerk Kiel gilt als Weltmarktführer für die Produktion von Süßwaffelbackmaschinen.

Das Familienunternehmen hat Kunden in über 60 Ländern der Erde. Zu den größten zählt der Unilever-Konzern mit dem bekannten Langnese-Eis. Es ist ein Nischenmarkt. Qualität steht an höchster Stelle. Kross muss die Waffeltüte sein und gut gewickelt. Auch die Produktionskapazitäten spielen eine große Rolle. Nach eigenen Angaben überraschte das Walterwerk Kunden und Konkurrenz immer wieder mit neuen Rekorden. Seit 2002 baut das Unternehmen eine Maschine, die rund 18.000 Miniwaffeln pro Stunde schafft.
Der Gründer beschäftigte sich auch mit U-Booten
Benannt ist die Firma nach ihrem Gründer Professor Hellmuth Walter, der 1935 ein Ingenieurbüro in Kiel eröffnete. Zu Beginn seiner Karriere beschäftigte sich Walter jedoch weniger mit Waffeln. Viel mehr entwickelte er in den 30er Jahren im Auftrag der deutschen Marine auf der Germania-Werft in Kiel einen neuen, dann auch nach ihm benannten Antrieb für U-Boote. Den Walter-Antrieb. "Aus diesem Ingenieurbüro entstand innerhalb weniger Jahre mit dem Walterwerk Kiel eines der bedeutendsten Entwicklungsunternehmen für außenluftunabhängige Unterwasserantriebe und Raketenmotoren", sagt Geschäftsführer Andreas Alexander Eule. In der Nachkriegszeit wandte sich das Unternehmen auch anderen Geschäftsfeldern wie Maschinen für die Holz- und Glasbearbeitung und den Waffelbackmaschinen zu.

Und: Immer bevor eine der Waffelbackanlagen das Werk verlässt, gibt es einen Probelauf. Der flüssige Teig wird zunächst auf sogenannte Backzangen gespritzt, die sich dann schließen und je nach Waffelart 60 bis 150 Sekunden in den Ofen kommen. Aufgrund des hohen Zuckergehaltes können die Süßwaffeln, bis sie vollständig abgekühlt sind, dann noch maschinell geformt werden - zu Eistüten, Röllchen oder Bechern.

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