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Gefahr auf der Rollbahn: Miese Noten für Lübecker Flughafen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sicherheitsvorkehrungen am Lübecker Flughafen kann nicht den Ansprüchen deutscher Piloten entsprechen. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Liste der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hervor. Darin erhielten die Flughäfen in Friedrichshafen, Weeze, Lübeck, Memmingen und Zweibrücken jeweils einen „Mangelstern“. Auffällig: Bei allen fünf Flughäfen handelt es sich um Regionalflughäfen. Zu einem Großteil werden sie von Billigfliegern genutzt. Die Sicherheitsvorkehrungen der Flughäfen entsprechen aber dennoch den internationalen Vorschriften. Die Piloten bewerten die Flughäfen jedoch nach eigenen Kriterien, für die bei Mängeln zwischen zwei und vier Punkte vergeben werden. Mit ihrem Vergleich wollen die Piloten darauf hinwirken, dass die Sicherheitssituation an Deutschlands Flughäfen kontinuierlich verbessert wird. VC-Sprecher Jörg Handwerg sprach von einer Erfolgsgeschichte. Auch im vergangenen Jahr seien wieder Mängel beseitigt worden, weitere Verbesserungen seien in Arbeit. Deutschland dürfe sich bei der Flugsicherheit nicht mit Mindestanforderungen begnügen.


Riskante Wendemanöver


Konkret kritisieren die Piloten im Fall von Lübeck, dass es nicht zu jedem Bahnkopf einen Rollweg gibt, wodurch es zu gefährlichen Rangier- und Wendemanövern kommen kann. Zudem sei die Anflugbefeuerung verkürzt. Mit 15 Punkten erzielt Lübeck dabei den schlechtesten Wert nach Memmingen und Zweibrücken.

Deutlich besser schnitt im Norden hingegen der ebenfalls bewertete Flughafen Sylt ab. Mit nur drei Punkten liegt er aus Sicht der Piloten bei den Sicherheitsvorkehrungen sogar noch vor dem Hamburg Airport (9 Punkte) und konnte sich damit im Hinblick auf seine Position im Gesamtranking der von VC getesteten Flughäfen gegenüber dem vorangegangenen Jahr sogar noch verbessern. So kritisierten die Tester bei dem Flughafen auf der Nordsee-Insel lediglich, dass bestimmte Lichtsignale teilweise fehlen würden.

Ganz ohne Mängel blieben von 30 untersuchten Standorten nur sechs: Leipzig/Halle, München, Berlin-Schönefeld, Stuttgart, Düsseldorf sowie erstmals Bremen.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 18:47 Uhr

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