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Wirtschaftsfaktor Sport : Fünf Milliarden Euro Umsatz: Sport als wichtiger Wirtschaftsfaktor

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Mehr als gesundheitsfördernd und gesellschaftlich wichtig: Sport ist in Schleswig-Holstein ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Kiel | Neben seinen gesellschaftlichen Aspekten hat der Sport eine große wirtschaftliche Bedeutung für Schleswig-Holstein. Der Umsatz des Sportsektors im Land betrug 2014 fünf Milliarden Euro, wie aus einem am Mittwoch vorgestellten Gutachten des Sportökonomen Jens Flatau von der Kieler Christian-Albrechts-Universität hervorgeht. Gut die Hälfte davon entfiel auf den Handel. Der Sport-Umsatz entspricht etwa 2,8 Prozent des Umsatzes der Privatwirtschaft. In Auftrag gegeben haben die Studie der Landessportverband und die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein.

Sportstätten wie Schwimmbäder stehen finanziell häufig schlecht da. Die wirtschaftlichen Vorteile des Sports lassen sich allerdings nicht leicht beziffern. Indirekte ökonomische Vorteile sind unter anderem eine bessere körperliche Gesundheit von Sportlern.

Das Geld des Staates für den Sport müsse „als rentable Investition betrachtet werden, da der Sport wertvolle wirtschaftliche und soziale Renditen produziert“, sagte der Präsident des Landessportverbandes Hans-Jakob Tiessen. Sport sei deutlich mehr als nur ein gesellschaftlicher Faktor. „Er besitzt eine wirtschaftliche Bedeutung.“ Deshalb müsse er auch unter ökonomischen Gesichtspunkten „im politischen Denken und Handeln einen ganz anderen Stellenwert als bisher erhalten“.

Laut dem Gutachten gibt es im Sport im Norden rund 45.000 sozialversicherungspflichtige Jobs. Zum Vergleich: Das sind demnach mehr als im maritimen Sektor (42.000). Hinzu kommen zahlreiche Ehrenamtler. Rund 170.000 Menschen leisten freiwillig Arbeit in den Vereinen. Sportökonom Flatau bezifferte den monetären Gegenwert ihres Tuns mit 183 Millionen Euro.

Ein richtiger Umsatzmotor sind die Sportveranstaltungen im Land. Rund 118 Millionen Euro Folgekonsum werden durch die Spiele der Proficlubs im Handball und Fußball, Weltcup-Veranstaltungen oder Segelwettbewerbe ausgelöst - sei es durch das Bier oder die Bratwurst auf dem Fußballplatz. Allein die Umsätze der Kieler Woche lägen bei 60,75 Millionen Euro, sagte Flatau.

Die Landesregierung hat die Fördermittel für 2017 bereits von bislang 7,2 auf 8 Millionen Euro erhöht. Der Norden bleibe trotzdem bundesweit Schlusslicht, sagte IHK-Vize-Präsident Klaus-Hinrich Vater. Er bezeichnete den Sport als „gesellschaftliche Klammer“, der in Zeiten der Integration eine umso höhere Bedeutung zukommen. Sport dürfe nicht als Kostenträger wahrgenommen werden. „Im Sport kriegen wir - unabhängig von jeglicher sozialer- oder ethnischer Herkunft - alle zusammen.“ Verbandspräsident Tiessen sagte, keine andere gesellschaftliche Kraft wirke durch ihre 2600 Vereine in 1100 Kommunen im Land. Seit 2015 hätten die Vereine bis zu 20.000 Menschen mit Migrationshintergrund aufgenommen.

Nach Ansicht Tiessens gibt es an den Schulen zu wenig Sport- und Schwimmunterricht. Bei den olympischen Sommerspielen sei Deutschland im Schwimmen „buchstäblich Baden gegangen“, sagte Tiessen. „Wie wollen sie aus einer Gesellschaft, in der zunehmend weniger Menschen schwimmen können, Olympiasieger produzieren?“

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erstellt am 21.Dez.2016 | 16:16 Uhr

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