Hamburg gegen Husum : Fronten im Streit um WindEnergy verhärtet

Wird es düster für die Husumer Windenergie-Messe? Foto: dapd
Wird es düster für die Husumer Windenergie-Messe? Foto: dapd

Im Streit um die Husumer Messe WindEnergy geht Wirtschaftsminister Jost de Jager auf Abstand zu Hamburg.

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02. Oktober 2011, 05:15 Uhr

Im Streit um die Ausrichtung einer Windenergie-Messe in Hamburg sind die Fronten verhärtet. "Das ist ein Frontalangriff auf die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein", sagte der Kieler Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) am Freitag bei einer gemeinsamen S-Bahn-Fahrt mit dem Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) zwischen Hamburg und Ahrensburg.
Er werde im Gegenzug geplante Projekte der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wirtschaftsförderung auf den Prüfstand stellen, ob sie wirklich schleswig-holsteinischen Interessen nützten. "Projekte, die nur die ohnehin vorhandene Sogwirkung der Metropole stärken, können nicht in unserem Interesse sein." Davon sei jedoch nicht die Zustimmung zur Elbvertiefung betroffen.
Eine Windenergie-Messe in Hamburg wäre eine Konkurrenz für die WindEnergy in Husum, die 2012 wieder in Zusammenarbeit mit der Hamburger Messegesellschaft abgehalten wird. Für 2014 hat der Branchenverband VDMA Hamburg gebeten, ein Konzept für eine europäische Leitmesse der Branche zu entwickeln. Die Husumer Messe leidet unter logistischen und Platzproblemen. Die Besucher müssen ihre Quartiere im ganzen Land suchen. Hamburg dagegen ist Standort vieler wichtiger Unternehmen, Zulieferer und Dienstleister der Branche. Deshalb plädieren viele Unternehmen wie zum Beispiel Siemens für eine Messe in Hamburg.
"Dann könnte man auch die Kieler Woche nach Hamburg verlegen"
Das will de Jager jedoch nicht akzeptieren. "Mit dieser Begründung könnte man auch die Kieler Woche nach Hamburg verlegen, weil dann vielleicht mehr Leute kommen", sagte er. Die Husumer Messe werde nun verstärkt die Zusammenarbeit mit der Messe Hannover suchen und die Achse Husum - Hannover stärken.
Der Hamburger Senator Horch bemühte sich, die Wogen zu glätten. "Wenn der VDMA und die führenden Unternehmen einen neuen Standort für eine Messe suchen und sich für Hamburg entscheiden, dann begrüße ich das", sagte er. "Es wäre schwer verständlich, wenn ich sagen würde, ich möchte das nicht." Die Energiewende und der Ausbau der erneuerbaren Energien biete aber beiden Ländern viele gemeinsame Chancen.

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