Flughafen Lübeck: Brief zu Entlassungen sorgt für Wirbel

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19. Juni 2014, 13:55 Uhr

Eine Mitteilung vom vorläufigen Insolvenzverwalter des Lübecker Flughafens, er wolle den Betriebsrat zu bevorstehenden Entlassungen der 93 Mitarbeiter anhören, hat für neuen Wirbel gesorgt. Das Schreiben an den Betriebsrat bedeute nicht, dass im Augenblick Entlassungen anstehen, sagte Insolvenzverwalter Klaus Pannen gestern zu entsprechenden Medienberichten. Es handele sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“.

„Wir verhandeln noch mit drei potenziellen Investoren, und wir sind nach wie vor zuversichtlich“, erklärte Pannen zur Zukunft des Regionalflughafens. Der Betriebsrat hatte nach Angaben des Landesarbeitsgerichtes in Kiel nach Erhalt des Briefes einen Eilantrag gestellt, um ein vorläufiges Verbot von betriebsbedingten Kündigungen zu erreichen. Für den heutigen Nachmittag ist am Arbeitsgericht Lübeck dazu eine Verhandlung angesetzt. Er wolle aber noch einmal mit dem Prozessbevollmächtigten des Betriebsrats sprechen, sagte Pannen. „Ich gehe davon aus, dass wir erreichen, dass der Termin gar nicht mehr stattfinden muss.“ Pannen unterstrich, dass der Betrieb des Flughafens in jedem Fall auch im Juli fortgeführt werden soll.

Am Montag war bekanntgeworden, dass die Billig-Fluglinie Ryanair zum Winterflugplan 2014/2015 ihren Flugbetrieb am Airport Lübeck einstellt. Für den Flughafen war dies ein weiterer herber Schlag. Er hatte vor knapp zwei Monaten Insolvenz beantragt, nachdem der frühere Eigentümer Mohamad Rady Amar urplötzlich abgetaucht war und alle Anteile an der Muttergesellschaft der Yasmina Flughafenmanagement GmbH, die den Lübecker Flughafen betreibt, verkauft hatte. Zu dem Schreiben des Insolvenzverwalters erklärte eine Sprecherin des Landesarbeitsgerichtes, eine solche Anhörung des Betriebsrats sei gesetzlich vorgeschrieben, bevor Kündigungen ausgesprochen werden. Insolvenzverwalter Pannen beteuerte, er habe den Betriebsrat lediglich vorsorglich informiert, „dass so etwas möglich sein kann“.

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