Kurzschluss : Feuer im Atomkraftwerk Brokdorf

Panne im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg): Im Test kam es beim Zuschalten einer Förderpumpe zum Kurzschluss in einem Schalter. Dieser geriet in Brand.

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15. März 2008, 09:51 Uhr

Der Brand wurde durch die Werkfeuerwehr mit Handfeuerlöschern gelöscht. Da sich die Pumpe aus noch unbekannter Ursache nicht vom Leitstand ausschalten ließ, wurde zur Behebung des Kurzschlusses eine Stromschiene außer Betrieb genommen. 18 Minuten standen nur zwei der vier Notstromstränge zur Verfügung - die Mindestanforderung für die Beherrschung von Störfällen. Ein Strang stand wegen Wartungsarbeiten nicht bereit. Der Reaktor blieb durchweg am Netz.
Betreiber Eon meldete die Panne mit "Eilt", weil es sich um eine Funktionsstörung im Sicherheitssystem handelte. Solche Vorfälle müssen binnen 24 Stunden mitgeteilt werden, wenn sie laut Sozialministerium dazu führen, "dass nur noch die auslegungsgemäß zur Störfallbeherrschung erforderliche Anzahl von Sicherheitseinrichtungen zur Verfügung steht". Fachleute des Ministeriums und externe Sachverständige wurden nach Brokdorf beordert, um die Ursachen für den Zwischenfall zu klären. Für die Instandsetzung der betroffenen Schalteinrichtungen sind laut Sozialministerium 14 Tage vorgesehen. Dabei dürfe die Anlage weiter betrieben werden.
Die beiden weiteren schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke in Krümmel und Brunsbüttel sind dagegen weiterhin vom Netz. Sie waren im vergangenen Sommer nach Zwischenfällen abgeschaltet worden. Wann sie wieder angefahren werden können, steht noch nicht fest.

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