Infrastruktur : Fernbusverkehr: Der Norden wird abgehängt

Seit 2013 dürfen bundesweit Fernbusse rollen. Foto: dpa
Seit 2013 dürfen bundesweit Fernbusse rollen. Foto: dpa

Seit diesem Jahr dürfen Fernbuslininen der Bahn Konkurrenz machen - doch Schleswig-Holstein bleibt dabei auf der Strecke. Die neuen Verbindungen enden meist in Hamburg.

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13. Februar 2013, 02:24 Uhr

Hamburg/Berlin | Sie sollen der Bahn Konkurrenz machen: Fernbuslinien. Seit Anfang des Jahres dürfen Busunternehmen Fernreisen in ganz Deutschland anbieten. Immer mehr Unternehmen melden sich tatsächlich auch zu Wort, die der Bahn im Fernverkehr mit Kampfpreisen Kunden abjagen wollen. Bislang ist Schleswig-Holstein dabei aber weitestgehend außen vor. Denn Unternehmen wie "Dein Bus" und "Mein Fernbus" konzentrieren sich vor allem auf Südwest-Deutschland.
Das Unternehmen "Flix Bus" will künftig zwar bis zu 300 Verbindungen in ganz Deutschland anbieten, aber auch dort ist in Hamburg Schluss. Norddeutsche können - je nach Wohnort - gegenwärtig im wesentlichen nur auf zwei große Anbieter und deren Angebot zurückgreifen: Berlin Linien Bus (BLB) und Autokraft - beides Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Die BLB unterhält rund 30 Linien, die vor allem Berlin mit dem Rest der Republik verbinden und unter anderem Lübeck anfahren. Die Berlin-Linien der Autokraft fahren von Flensburg aus die Ostküste Schleswig-Holsteins entlang in die Hauptstadt. Allerdings durften beide Unternehmen auch schon vor der Gesetzesänderung ihre Strecken anbieten.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) übt bereits Kritik an diesen fehlenden Verbindungen. Aus ihrer Sicht würden Randregionen - wie Schleswig-Holstein - bei Fernzugverbindungen abgehängt. Mit der Eröffnung des Marktes für Fernreisebusse werde sich dies nochmals verschärfen. Der Vorsitzende Alexander Kirchner forderte daher von der Politik bereits einen "Masterplan Verkehr". "Wer in Deutschland lukrative Strecken fahren will, darf sich nicht nur die Rosinen herauspicken, sondern muss auch für Randregionen Fernverkehr anbieten", sagte Kirchner der "Saarbrücker Zeitung" zufolge.

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