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Rückenprobleme : Fehlzeiten in Schleswig-Holstein steigen stark an

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nordfriesen sind weniger krank als Lübecker - und überall sind Rückenleiden Grund Nummer eins für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Im Durchschnitt waren die Schleswig-Holsteiner in Jahr fast 17 Tage lang krankgeschrieben.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Lübeck | Immer häufiger bleiben Arbeitsplätze verwaist, weil Mitarbeiter sich krank melden. Die Fehlzeiten haben seit dem historischen Tiefstand im Jahr 2006 um fast ein Viertel zugenommen. Die Betriebskrankenkassen untersuchten jetzt Arbeitsunfähigkeits-Daten von knapp 150.000 beschäftigten BKK-Mitgliedern in Schleswig-Holstein. Ergebnis: Im Durchschnitt war ein BKK-Mitglied im vergangenen Jahr 16,9 Tage krank geschrieben (Bundesdurchschnitt 16,4 Tage). Ein Krankheitsfall dauerte im Norden durchschnittlich 13,9 Tage (Bund: 13,1).

Im Vergleich zu anderen Kassen stehen die Betriebskrankenkassen sogar noch gut da. So meldete die AOK kürzlich, dass ihre 270.000 berufstätigen Versicherten im Norden 2012 im Schnitt 19,1 Tage krank gemeldet waren. Der Bundesdurchschnitt bei allen AOK-Versicherten lag bei 18,1 Tagen. Dabei fiel auf, dass der Krankenstand der über 60-Jährigen fast doppelt so hoch war wie in der Altersgruppe der Arbeitnehmer bis zum 35. Lebensjahr.

Während die AOK prüfte, welche Berufsgruppen am häufigsten den gelben Zettel einreichten – Verkäuferinnen im Schnitt 29,2 Tage im Jahr, Steuerberater aber nur 8,8 Tage – analysierte die BKK die Daten nach regionalen Aspekten. Signifikant unter dem Landesdurchschnitt lagen demnach die krankheitsbedingten Fehltage in Nordfriesland (14,4 Tage), in der Stadt Flensburg (14,9) und in Dithmarschen (15,7 Tage). Deutlich überdurchschnittlich lang waren Beschäftigte in den Städten Lübeck (18,9 Tage), Neumünster (18,1 Tage) und Kiel (18,3) krank.

Muskel- und Skeletterkrankungen – vor allem Rückenleiden – verursachten bei den Beschäftigten mit 26,5 Prozent die meisten Krankentage, gefolgt von Atemwegserkrankungen und psychischen Erkrankungen, berichten die Betriebskrankenkassen, die in Schleswig-Holstein knapp 400.000 Mitglieder und ihre Familienangehörigen versichern.

Muskel- und Skeletterkrankungen sorgten auch bei den 1,2 Millionen AOK-Versicherten für die meisten Krankmeldungen. Gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen, psychischen und Atemwegserkrankungen. Auch die Techniker Krankenkasse meldet, dass jede vierte Krankschreibung auf Muskel- und Skeletterkrankungen zurückzuführen sei.

Dass Rückenschmerzen weit verbreitet sind, zeigte auch eine aktuelle Blitzumfrage zwischen Nord- und Ostsee, die Mitte des Jahres von der Ortskrankenkasse in Auftrag gegeben wurde: 44,4 Prozent der Befragten ab 18 Jahren gab an, in den letzten zwölf Monaten unter Rückenproblemen gelitten zu haben. Bei den meisten Betroffenen waren die Schmerzen so stark, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben und Schmerzmittel einnehmen mussten. Fast 48 Prozent glauben, dass die Schmerzen im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit stehen. Dem halten Experten entgegen, mehr als 80 Prozent aller Rückenschmerzen seien unspezifisch. Es gebe keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass körperliche Arbeit den Rücken kaputt macht oder sich die Bandscheiben durch falsches Sitzen verstärkt abnutzen.

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