Foto: Dewanger (Archiv)

A7 bei Rendsburg : Erfolg für Buchholz: Neue Rader Hochbrücke wird sechsspurig

11.09.2017

Die bisherige Planung mit vier Spuren wurde über den Haufen geworfen. Über den Nord-Ostsee-Kanal soll es künftig auf sechs Spuren gehen.


Kiel/Berlin | Der Ersatzbau für die marode Rader Hochbrücke im Zuge der A7 über den Nord-Ostsee-Kanal wird nun doch sechsspurig. Dies habe ihm der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), bestätigt, teilte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Montag mit. „Das ist eine tolle Nachricht für Schleswig-Holstein.“ Damit habe er Erfolg mit seinem Vorstoß in Berlin für einen sechsspurigen Ausbau gehabt.

Die Belastung der zu ersetzenden maroden Rader Brücke war schon von täglich 42.500 Fahrzeugen im Jahr 2010 auf 54.200 im Jahr 2015 gestiegen. Damit wurde bereits die für 2030 prognostizierte Zahl erreicht. Ein Ersatzbau muss bis 2026 stehen, weil Experten der alten Brücke keine längere Lebensdauer bescheinigen.

Er habe bei mehreren Besuchen in Berlin versucht klarzumachen, wie wichtig die sechs Spuren seien, damit kein Nadelöhr entsteht, sagte Buchholz. Bisher waren für die künftige Rader Hochbrücke vier Spuren plus Standstreifen vorgesehen.

„Das Bundesverkehrsministerium hat sich nach vielen Gesprächen umstimmen lassen“, sagte auch der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann (CDU). Brackmann ist als Haushaltspolitiker für den Verkehrsetat zuständig. Das Land werde jetzt angewiesen, für die weiteren Planungen der Rader Hochbrücke einen sechsstreifigen Regelquerschnitt zugrundezulegen.

Nach Angaben Brackmanns hat vor allem das Argument durchgeschlagen, dass nicht nur starr auf die Verkehrszahlen, sondern auch auf die Qualität und die Sicherheit geachtet werden müsse. „Eine vierspurige Brücke mit einem verbreiterten Standstreifen, den man im Bedarfsfall zu einer eigenen Spur umfunktioniert hätte, wäre dem nicht gerecht geworden“, sagte Brackmann.

Politiker verschiedener Parteien in Schleswig-Holstein und die Wirtschaft hatten seit längerem angesichts steigender Verkehrszahlen einen sechsspurigen Ausbau gefordert. Für einen entsprechenden FDP-Antrag stimmten im März alle Fraktionen im damaligen Landtag. Auch der ehemalige Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte Anfang des Jahres Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) seine Sorge bezüglich der Verkehrszunahme und des geplanten Querschnitts der Brücke mitgeteilt.

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von dpa

Kommentare

  • 11.09.2017 | 21:50 Uhr
    Peter Peters

    Die Wahl 2017

    Die Bundestagswahl bringt ja einiges in Gange - aber warum erst jetzt. Irgenwie werde ich das komische Gefühl nicht los- dass alles gesteuert ist von parteipolitischen Interessen. Und nicht von dringend nötigen Infrastruktur Maßnahmen. Leider immer zu spät. Wann fahre ich denn über die neue Brücke ???

    • Ingo Greif
      23.09.2017 | 09:02 Uhr

      Wann fahre ich denn über die neue Brücke ???

      Wenn diese nicht gerade wegen der zunehmenden Stürme gesperrt ist.

  • 11.09.2017 | 21:36 Uhr
    Markus Sawade

    Herr Buchholz kanns - oder?

    Bereits vor der Landtagswahl hatte sich die Landesregierung mit Herrn Meyer (SPD) für eine sechsspurige Querung stark gemacht. Außerdem war auch erheblicher Druck aus Dänemark da - darüber hatte shz.de auch schon berichtet.

    Ist es nicht schön, dass Infrastrukturprojekte in Schleswig-Holstein nur weiterkommen, wenn Dänemark betroffen ist? Wenn jetzt noch irgendwie Dänemark vom Weiterbau der A20 profitieren würde, wären wir da bestimmt auch bald mehrere Schritte weiter.

    ... oder ... könnte es sein, dass bald Bundestagswahl ist und dringend der Anschein erweckt werden muss, es würde auch in Schleswig-Holstein zumindest irgendwie vorangehen.

  • 11.09.2017 | 18:16 Uhr
    Godehard Schmidt-Goertz

    Bravo, Herr Buchholz!

    Wenn Sie es jetzt noch schafften, daß statt einer windigen Brücke über den Kanal ein kombinierter Auto- und Eisenbahntunnel unter dem Kanal gebaut würde, dann wären Sie mein Held! Aber soviel Veränderung in so kurzer Zeit kriegt man vermutlich nicht hin.


jetzt zu shz.de