Einkaufen am Sonntag - aber keiner will mitmachen

Einkaufen am Sonntag - ein Angebot, das von vielen Menschen gerne angenommen wird. Foto: Staudt
Einkaufen am Sonntag - ein Angebot, das von vielen Menschen gerne angenommen wird. Foto: Staudt

Fällt der verkaufsoffene Sonntag am 23. Oktober in Schleswig ins Wasser? Wie es aussieht, will sich kein Geschäftsmann beteiligen.

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10. Oktober 2011, 09:56 Uhr

Schleswig | Der Sonntag, 23. Oktober, könnte ein denkwürdiges Datum werden: An diesem Tag dürfen die Schleswiger Geschäfte öffnen. Die Stadtverwaltung hat es genehmigt. Doch wie es derzeit aussieht, will sich kein Geschäftsmann an der Aktion beteiligen. Der verkaufsoffene Sonntag droht ein Schlag ins Wasser zu werden. Bürgermeister Thorsten Dahl ist darüber wenig glücklich - und will Konsequenzen ziehen.
Was ist passiert? Wolfgang Tries, Inhaber und Geschäftsführer von "Spiel & Spaß", wollte am 23. Oktober eigentlich das 20-jährige Bestehen seines Unternehmens feiern. Er beantragte bei der Stadt, an diesem Tag einen verkaufsoffenen Sonntag ausrichten zu dürfen. Die Verwaltung prüfte das Anliegen und erteilte die Genehmigung. Der Termin wurde Anfang des Jahres öffentlich bekannt gemacht. Damit ist daran nicht mehr zu rütteln.
"Ich verzichte darauf, am 23. Oktober zu öffnen"
Schließlich erfuhr die Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) von diesem Plan und war wenig begeistert. Vorstand und Beirat kamen überein, dass verkaufsoffene Sonntage in zu dichter Folge sowohl das Publikum als auch die Mitarbeiter überfordern könnten. Man wollte an den verkaufsoffenen Sonntagen am 2. Oktober und am 6. November festhalten, ein weiterer Termin dazwischen wurde jedoch nicht gutgeheißen. Die IGL wandte sich an Wolfgang Tries und dieser kam seinen Innenstadtkollegen entgegen. Tries: "Ich verzichte darauf, am 23. Oktober zu öffnen."
Für Bürgermeister Dahl steht nun fest: Er will verkaufsoffene Sonntag künftig nur noch genehmigen, wenn eine Mehrheit der Geschäftsleute von dem jeweiligen Termin überzeugt ist. Koordinieren soll dies Stadtmanagerin Monika Siegel. Dahl: "Ich habe bereits einen Brief an Frau Siegel aufgesetzt."

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