"Gigalocal" : Eine App vermittelt "Mädchen für alles"

Virtuelles schwarzes Brett:  Wer einen Auftrag hat, kann ihn mit Hilfe der Software über sein Handy loswerden.
Virtuelles schwarzes Brett: Wer einen Auftrag hat, kann ihn mit Hilfe der Software über sein Handy loswerden.

Kleine Jobs gegen geringes Entgelt: Eine neue App für Smartphones bietet jetzt die Vermittlung von Hilfskräften an.

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18. Oktober 2011, 10:16 Uhr

Hamburg | Der Rasen muss gemäht werden, aber die Zeit fehlt? Der Umzug steht an, aber fast alle Helfer haben abgesagt? Der Schrank ist geliefert worden, doch wer schraubt ihn zusammen? Bei Fragen wie diesen kann möglicherweise das Hamburger Start-up Gigalocal weiterhelfen. Es hat eine App (Software) für Smartphones entwickelt, über die unter anderem Mikro-Jobs vermittelt werden.
Wie die App genau funktioniert? Wer einen Auftrag hat, kann ihn über Gigalocal posten. Er gibt an, wie viel er dafür zahlen will und wo die Mini-Dienstleistung erbracht werden soll. Der Mikro-Job wird dann sofort auf einer Umgebungskarte angezeigt und kann von anderen Nutzern der App, die sich in der Nähe befinden, zeitnah erledigt werden. Die App ist also eine Art virtuelles schwarzes Brett.
Und nach Informationen der jungen Firma sind es bisher hauptsächlich Privatpersonen wie Studenten oder Schüler, die sich quasi als "Mädchen für alles" etwas dazu verdienen. Aber auch Fahrradkuriere und Betreiber von Supermarktliefer-Services erledigen auf ihrem Weg durch die Stadt den einen oder anderen Mikro-Job gleich mit. Sieht beispielsweise ein lokaler Getränkelieferant, dass jemand aus der Nähe eine Kiste Wasser braucht, kann er davon profitieren.
Warum nicht auch Arbeitskraft übers Internet teilen?
"Das Internet hat zu einem Wandel im Konsumentenverhalten beigetragen. Private Güter wie Autos und Wohnungen werden bereits über das Internet geteilt, warum nicht auch die Arbeitskraft? Bei uns können die Nutzer in Echtzeit Jobs finden und Geld verdienen", sagt Sebastian Diemer, einer der Gründer.
Damit die App keine Schwarzarbeit forciert, speichert das System, wie viel Geld jeder Nutzer pro Monat erwirtschaftet. Kommt jemand über die 400-Euro-Grenze, erhält er eine Benachrichtigung, dass er seine Einnahmen beim Finanzamt angeben muss.
Genutzt werden kann die App bisher in Hamburg, Berlin und Münster. Geplant ist, das Angebot noch in diesem Jahr auf weitere Städte auszudehnen. Geld verdienen will das Start-up, das bereits 40 Mitarbeiter hat, unter anderem über so genannte Premium-Partnerschaften mit gewerblichen Nutzern.
Diemer (24) hat die Firma gemeinsam mit Alexander Graubner-Müller (23) gegründet. Die beiden haben sich in der Szene bereits einen Namen gemacht. So bauten sie unter anderem gemeinsam mit Oliver Samwer in China die Infrastruktur für die international agierende Schnäppchen-Plattform Groupon mit auf. Diemer: "Wir arbeiten zusammen, wir wohnen zusammen, wir feiern zusammen - das funktioniert besser, als in jeder Ehe."

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