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Wirtschaft

16. Dezember 2017 | 12:50 Uhr

Ein Hafen holt auf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburgs Containerumschlag wächst schneller als bei den europäischen Wettbewerbern

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 18:45 Uhr

Hamburgs Hafen steuert wieder Rekordkurs. Nach einem Umschlagplus von fast sieben Prozent im ersten Halbjahr nehmen die Umschlagbetriebe für das Gesamtjahr die Schallmauer von zehn Millionen Standardcontainern (TEU) ins Visier. Damit wären nicht nur die Verluste im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 aufgeholt, auch die Allzeitbestmarke von 9,7 Millionen TEU in 2007 könnte fallen. Von Januar bis Juni 2014 gingen 4,8 Millionen Stahlboxen über die Kaikanten, ein Zuwachs um 6,8 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum. Der Containertransport ist mit einer Umschlagmenge von rund 50 Millionen Tonnen das mit Abstand bedeutendste Geschäftsfeld für Deutschlands größten Hafen. Allerdings entwickelte sich auch der Gesamtumschlag des Universalhafens erfreulich und kletterte im ersten Halbjahr auf 72,6 Tonnen (+6,6 Prozent). Bei Nicht-Container-Gütern legten vor allem Projektladung und Schwergut sowie Massengut wie Getreide, Mineralöl und chemische Produkte zu.

Zufriedene Gesichter bei den Hafenmanagern und bei Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) gab es indes nicht allein wegen der satten Zuwachsraten. Besonders erfreut registrierten die Verantwortlichen, dass die Konkurrenten in der Nord Range Hamburgs Wachstumstempo beim Containerumschlag nicht mitgehen konnten. Bremen/Bremerhaven, Rotterdam und Antwerpen legten durchschnittlich lediglich um 2,6 Prozent zu. Ingo Egloff, Chef der Hamburg Hafen Marketing (HHM): „Wir haben unseren Marktanteil beim Containerverkehr in der Nord Range von 25,7 auf 26,7 Prozent gesteigert.“ Hinter Rotterdam bleibt Hamburg Europas Hafen Nummer zwei, weltweit belegt die Elbmetropole Rang 16.

Triebfeder der positiven Entwicklung war das China-Geschäft, das im Berichtszeitraum um knapp 13 Prozent zulegte; aufwärts ging es auch im Containerverkehr mit Ostseeanrainern, wobei Polen mit einem Zuwachs um ein Drittel besonders hohes Tempo anschlug. Ein Wermutstropfen lieferte dagegen der Warenaustausch mit Russland, der um fast vier Prozent zurückging. „Da sind die Folgen der Sanktionen noch gar nicht drin“, sagte HHM-Vorstand Axel Mattern. Die Ukraine-Krise bereitet den Hafenchefs erhebliche Sorgen. Mattern: „Angesichts der unsicheren Entwicklung können wir derzeit keine seriöse Prognose für das Russland-Geschäft abgeben.“ Für den gesamten Hafen kalkuliert die HHM für 2014 mit einem Umschlagplus von rund vier Prozent. Wie seit Jahr und Tag drängten die Verantwortlichen wieder auf die Umsetzung der Elbvertiefung, über die das Bundesverwaltungsgericht am 2. Oktober entscheiden will. Das erste Halbjahr belege erneut die Notwendigkeit einer tieferen und breiteren Fahrrinne, unterstrichen Egloff und Horch. Denn die derzeitige unerwartet kräftige Mengensteigerung gehe mit immer größeren Containerschiffen einher. Von Januar bis Juni kamen 244 besonders große Containerfrachter mit Stellplatzkapazitäten von 10 000 TEU die Elbe hinauf – ein gutes Viertel mehr als ein Jahr zuvor.

Vor Untätigkeit warnte der Wirtschaftssenator auch mit Blick auf den Ausbau von Straßen und Schienenwegen: „Wir werden uns nicht ausruhen.“ Hamburgs Hafen brauche im globalen Wettbewerb Qualität und Verlässlichkeit und sei auf eine erstklassige Infrastruktur angewiesen.







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