Ein Bunker wird zum Kraftwerk

 Foto: Ritter XL Solar
Foto: Ritter XL Solar

Avatar_shz von
16. Juli 2013, 03:59 Uhr

Hamburg | Ein ehemaliger Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg ist zu Deutschlands Vorzeigeobjekt in Sachen erneuerbarer Energien umgerüstet geworden. Der Energiebunker in Hamburg-Wilhelmsburg soll sukzessive ein rund 120 Hektar großes Stadtgebiet mit klimafreundlicher Wärme beliefern. Außerdem soll er erneuerbaren Strom in das Hamburger Verteilnetz einspeisen. Dazu tragen unter anderem eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach und bald auch ein Biomasseheizkraftwerk im Inneren des Mahnmals bei. Der Bunker ist damit ein Beispiel für eine dezentrale Energiepolitik.

Die Besonderheit des Bunkers ist die Verknüpfung unterschiedlicher Energieversorgungen: Schon jetzt erzeugt eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach Wärme. Sie soll im Sommer die Hauptlast der Versorgung tragen. An der Südseite ist eine Photovoltaik-Anlage installiert. Ende dieses Jahres soll ein biomethanbefeuertes Blockheizkraftwerk im Untergeschoss Strom und Wärme produzieren und die Versorgung im Winter übernehmen. Vom kommenden Jahr an soll ein Holzhackschnitzel-Kessel Wärme liefern. Das eigentliche Herz des Energiebunkers ist ein sogenannter Pufferspeicher. In dem Wassertank mit einem Volumen von zwei Millionen Litern wird die Wärme gesammelt und so lange gespeichert, bis der Wärmebedarf steigt. Der Wärmespeicher gleicht so Nachfragespitzen aus. Insgesamt kostete der Energiebunker rund 27 Millionen Euro.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen