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Messe in Neumünster : Digitales Bauen und Wohnungspolitik: 60.000 Besucher auf der NordBau erwartet

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Das umfassende Messeprogramm bietet viel Neues für Profis, Bauherren und Renovierer. Am Mittwoch geht es los.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 16:06 Uhr

Neumünster | Die 62. NordBau öffnet an diesem Mittwoch in Neumünster ihre Pforten. In diesem Jahr stehe unter anderem die Digitalisierung der Branche im Mittelpunkt, sagte Messeleiter Wolfgerd Jansch am Montag. Dabei solle es Handwerkern ermöglicht werden, mit Hilfe eines 3D-Scanners die Digitalisierung eines Raumes konkret selbst zu erleben und die Vorteile zu erfahren.

Die Messe richtet sich mit ihrem weit gefächerten Programm nicht nur an Profis, sondern an jeden, der bauen oder renovieren will. Und sie will wieder bei einem Schülertag mit rund 1000 Schülern potenzielle Nachwuchskräfte für Bauberufe gewinnen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wird die NordBau eröffnen. Zu den Gästen gehört auch Prof. Dirk Rompf, der über geplante Infrastrukturprojekte der Bahn informieren will. In Norddeutschland wolle die Bahn rund vier Milliarden Euro investieren, davon allein mehr als zwei Milliarden Euro in die Schienenanbindung an die Fehmarnbelt-Querung in Schleswig-Holstein, sagte Jansch. Die Bahn suche auf der Messe Baufirmen für ihre Projekte als Partner.

Ein großes Thema auf der NordBau ist die Begrünung von Städten. „Wir haben ein Modell eines Wohnblocks aus Kiel-Gaarden auf dem Messegelände aufgebaut und Landschaftsgärtner werden zeigen, wie der Innenhof sich ansprechend begrünen lässt“, sagte Jansch. Es gehe darum, in den Städten die Wohnqualität zu erhöhen.

Angesichts des Wohnungsmangels auch in Schleswig-Holstein forderte Andreas Breitner eine „Renaissance des Geschoss-Wohnungsbaus“. Der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen sagte, die noch von der früheren Landesregierung angestrebten 20.000 neuen Wohnungen seien in den nächsten Jahren nicht zu schaffen. Er schätze, dass 2017 und 2018 insgesamt etwa 4000 neue Wohnungen in Schleswig-Holstein gebaut würden.

Es müsse in den Kommunen ein Umdenken geben, um den Wohnungsmangel in den Griff zu bekommen, sagte Breitner. Statt Vorrang der Einzelhausbebauung oft am Ortsrand zu geben, müssten die Ortskerne mit Geschosswohnungen attraktiv gestaltet werden. Die Kommunen sollten hierfür Grundstücke günstig anbieten.

Breitner forderte bessere staatliche Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau. So sollte die in Schleswig-Holstein besonders hohe Grunderwerbsteuer wieder gesenkt werden. Er unterstützte auch den Vorstoß der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die Errichtung neuer Sozialwohnungen steuerlich zu begünstigen. Die IG Bau schlug vor, den Mehrwertsteuersatz von 19 auf 7 Prozent zu senken. Dies würde einen sehr positiven Effekt haben, sagte Breitner.

Bis Sonntag rechnen die NordBau-Organisatoren wie im Vorjahr mit rund 60.000 Besuchern. Die Messe sei zum 16. Mail in Serie ausgebucht, sagte Jansch. 849 Hersteller aus 15 Ländern präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen. Dänemark ist wieder Partnerland.

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