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Dienstleister schaffen 29 000 neue Jobs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verband erwartet Umsatzplus in ganz Norddeutschland und mehr als 5000 zusätzliche Stellen in Schleswig-Holstein

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 00:37 Uhr

Höhere Umsätze, höhere Gewinne, mehr Jobs: Norddeutschlands Dienstleister blicken überaus zuversichtlich ins nächste Jahr. Das ist die Kernbotschaft einer gestern vorgelegten Konjunkturstudie des Groß- und Außenhandelsverbandes AGA und des Inkasso-Unternehmens Creditreform. Besonders der Blick auf den Arbeitsmarkt in den fünf Küstenländern wärmt die Herzen der Verantwortlichen. AGA-Präsident Hans Fabian Kruse und Creditreform-Geschäftsführer Nikolaus von der Decken: „Schon in diesem Jahr wurden im Dienstleistungssektor in Norddeutschland 30 300 neue Jobs geschaffen, obwohl die Unternehmen nur 20 500 prognostiziert hatten. Und 2014 sollen noch einmal 28 700 hinzukommen.“ Die Branche der unternehmensnahen Dienstleister umfasst in den norddeutschen Bundesländern 164 000 Firmen mit zusammen 1,4 Millionen Arbeitsplätzen. Die Studie basiert auf einer Befragung der Mitgliedsbetriebe. Treiber des positiven Trends sind vor allem die Segmente IT, Finanzen und Service (von Zeitarbeit bis Unternehmensberatung). „Ein Job in der Dienstleistungsbranche ist eine sichere Arbeitsstelle mit Perspektive“, urteilte von der Decken. 2013 legte die Zahl der Arbeitsplätze im Saldo um zwei Prozent zu, für 2014 erwarten die Unternehmen erneut ein Plus von 1,9 Prozent.

Am dynamischsten entwickeln sich die Geschäfte in Niedersachsen und Hamburg, aber auch Schleswig-Holstein glänzt mit respektablen Wachstumsprognosen. Laut Konjunkturstudie wollen die Dienstleister im Land zwischen den Meeren kommendes Jahr insgesamt 5335 zusätzliche Jobs schaffen, nach 6335 in diesem Jahr. Die Umsätze werden dort demnach um 3,4 Prozent zulegen, die Gewinne um 1,6 Prozent. Besonders kräftige Zuwächse erwarten schleswig-holsteinische Dienstleister der Bereiche Marketing/Medien, Finanzen und IT. Die Branche beschäftigt zwischen Flensburg und Pinneberg 215 000 Mitarbeiter.

Primus beim Jobaufbau wird laut Studie 2014 Hamburg sein, wo 9100 zusätzliche Stellen erwartet werden (+2,7 Prozent). Niedersachsen erwartet ein Plus von 11 410 Stellen, Bremen von 2170. Positiv auch: Mehr als 94 Prozent der Nord-Dienstleistungsbetriebe geben an, ihre Investitionen auf dem Niveau von 2013 zu halten oder sogar auszubauen. So sehr AGA-Chef Kruse sich über die kurzfristige Perspektive freut, so sehr sorgt er sich um die Rahmenbedingungen für den transportabhängigen Groß- und Außenhandel. Die größte Bedrohung der Wirtschaftsfähigkeit des Nordens gehe von der „prekären Lage“ der Straßen, Schienen und Wasserwege aus. Daher sei die von der Großen Koalition im Bund vorgesehene Aufstockung des Infrastruktur-Etats um eine Milliarde pro Jahr „lächerlich“ wenig. Kruse: „Die Bodewig-Kommission benennt einen zusätzlichen jährlichen Bedarf von 7,2 Milliarden Euro nur für den Erhalt und Betrieb der bestehenden Infrastruktur. So bekämpft man keine Probleme, man nimmt sie nicht ernst.“

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