Datrepair : Die Smartphone-Klinik

Techniker Stylianos Antoniou arbeitet an der Platine eines Handys – eine hochspezialisierte Aufgabe.
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Techniker Stylianos Antoniou arbeitet an der Platine eines Handys – eine hochspezialisierte Aufgabe.

Das Flensburger Unternehmen Datrepair zählt zu den führenden Reparatur-Spezialisten Deutschlands.

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14. Juni 2014, 04:00 Uhr

Flensburg | 232 Euro – so viel kosten Smartphones durchschnittlich in diesem Jahr. Die Tendenz ist Marktbeobachter IDC zufolge steigend und viele Kunden sind durchaus bereit auch 700 Euro für ein solches Gerät zu bezahlen. Um so ärgerlicher ist es, wenn ein Riss im Display das Handy unbrauchbar macht. Auch wenn einige Smartphone-Besitzer solche Schäden gerne zum Anlass nehmen, sich ein neues Modell zu gönnen: „Eine Reparatur lohnt sich bei diesen Preisen“, sagt Anja Krabbe vom Reparatur- und Servicecenter Datrepair in Flensburg.

Bis zu 3000 Smartphones und Tablets erreichen den Standort am Tag – viele davon als Garantiefälle von Händlern. Der Akku entlädt sich innerhalb von Minuten oder die SD-Karte lässt sich nicht mehr entfernen. Mit solchen Härtefällen beschäftigen sich die 335 Angestellten tagtäglich in den kühlen Hallen von Datrepair. „Wir haben hier eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit, damit die Reparaturen unter optimalen Bedingungen laufen“, erklärt Krabbe, bei Datrepair zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Alle Mitarbeiter müssen spezielle, weiße Kittel tragen, damit die sensiblen Geräte nicht elektrostatisch entladen werden. Viele von ihnen sitzen an Mikroskopen. Bohrergeräusche wie beim Zahnarzt und das Zischen von Luftpistolen sorgen zusätzlich für Laboratmosphäre.

Einer der Techniker ist Stylianos Antoniou. Wäre Datrepair ein Krankenhaus, es würde Antoniou als Herzchirurgen beschäftigen. In einem speziell abgeschirmten Bereich der Halle untersucht er Mikrochips auf der Platine und lötet sie, wenn nötig. „Wenn ich dabei nicht ruhig bleibe, können kleine Teile verrutschen, was später zu Kurzschlüssen führt“, erklärt der Sohn aus einer griechischen Gastarbeiterfamilie. Er rät von Reparaturen im Selbstversuch ab: „Das kann zum Garantieausschluss führen, weil man dafür eine spezielle Autorisierung braucht.“

Datrepair hat diese Autorisierung. Selbst unter den Reparaturwerkstätten darf nicht jeder Anbieter Arbeiten an der Platine vornehmen. „Wir sind hochgradig spezialisiert“, sagt Anja Krabbe beim Gang entlang der verschiedenen Bereiche für Hersteller wie Samsung, Sony oder Apple. Regelmäßig würden deren Vertreter aus aller Welt die Arbeit der Flensburger begutachten, auch weil sie selbst von der Fehlersuche bei Datrepair profitieren. „Das sind äußerst wichtige Erkenntnisse für  die Produktion“, so Krabbe. Häufigste Fehlerquelle sei aber mittlerweile nicht mehr die Technik, sondern die Software.

Das Reparatur-Geschäft floriert. Auf 8000 Quadratmeter ist das Firmengelände angewachsen. Es entstand einst im Schatten des Flensburger Motorola-Standortes, der 2007 geschlossen wurde. Heute ist das Unternehmen breit aufgestellt. Im Mai dieses Jahres wurde es auch deshalb vom bayerischen Kommunikations-Großhändler Ingram Micro Distribution aufgekauft.

Tipps: So schonen Sie Ihren Akku

- Das Betriebssystem sollte immer auf dem aktuellen Stand sein.

- Schalten Sie Bluetooth, WLAN und GPS aus, wenn Sie es nicht benötigen.

- Das Display muss nicht immer in voller Helligkeit laufen. Das schont nebenbei auch die Augen. Bunte Hintergrundbilder verbrauchen mehr Strom als dunkle Bilder.

- Wer zum Beispiel nachts nicht erreichbar sein muss, sollte den Flugmodus aktivieren.

- Viele einmal genutzte Apps laufen im Hintergrund weiter. Schließen Sie diese.

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