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Dokumentation : Die Mitteilungen zu Prokon im Wortlaut

vom

shz.de dokumentiert die Stellungnahme von Prokon selbst und die des vorläufigen Insolvenzverwalters.

Die Mitteilung von Prokon im Wortlaut

"Liebe Genussrechtsinhaber und liebe Interessierte,

inzwischen haben sich über 40.000 der PROKON-Genussrechtsinhaber auf unsere Befragung hin geäußert, ob sie ihre Anteile bei uns halten wollen. Wir danken allen Genussrechtsinhabern, die uns in dieser schweren Zeit unterstützen! Innerhalb von 10 Tagen hat sich die Hälfte (!) aller unserer Anleger aktiv hinter uns gestellt! Dies zeigt deutlich, dass sich unsere Genussrechtsinhaber ihrer entscheidenden Rolle für PROKON bewusst sind. Es macht uns stolz und bestärkt uns darin, weiterhin für den langfristigen Fortbestand der PROKON Unternehmensgruppe zu kämpfen.

Trotz des großen Zuspruchs und dieses überaus positiven Signals von Seiten der Genussrechtsinhaber, müssen wir Ihnen mitteilen, dass die PROKON Regenerative Energien GmbH heute einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Itzehoe gestellt hat.
Das bedeutet allerdings keineswegs das Aus für PROKON. Der Antrag muss zunächst auf seine Zulässigkeit geprüft werden, was einige Monate in Anspruch nehmen wird. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter und unsere Berater werden uns in dieser Zeit begleiten. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Herr Dr. Penzlin vom Amtsgericht Itzehoe bestellt. Parallel werden wir unter Einbeziehung der Anregungen unserer Genussrechtsinhaber das Geschäftsmodell anpassen. Wir sind nach wie vor operativ gut aufgestellt und sind zuversichtlich, dass wir die aktuellen Schwierigkeiten überstehen werden. Uns ist klar, dass es Zeit ist, etwas zu verändern!

Gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter und im Dialog mit unseren Anlegern werden wir alles daran setzen, die Zukunftsfähigkeit von PROKON zu sichern. Auf unserer Internetseite werden wir Sie wie gewohnt über alle relevanten Entwicklungen informieren."


Die Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters im Wortlaut

"Verfahrensinformation

Hamburg, den 22.01.2014

Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der PROKON Regenerative Energien GmbH

Die Geschäftsführung der PROKON Regenerative Energien GmbH (nachfolgend „Prokon“) hat beim Amtsgericht Itzehoe – Insolvenzgericht – am 22.01.2014 einen Eigenantrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Das Amtsgericht Itzehoe – Insolvenzgericht – hat mich mit Beschluss vom 22.01.2014 zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der Prokon bestellt.

Ziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens ist die Sicherung und der Erhalt des Unternehmensvermögens.

Gemeinsam mit einem Team aus Rechtsanwälten und Unternehmensberatern bin ich derzeit intensiv mit der Organisation der Betriebsfortführung im vorläufigen Insolvenzverfahren befasst. Für eine kurze Einarbeitungszeit wird um Verständnis gebeten.

Der Geschäftsbetrieb der Prokon wird im Insolvenzeröffnungsverfahren in vollem Umfang fortgeführt. Lieferanten und Kunden stehen die bisherigen Ansprechpartner bei Prokon weiterhin zur Verfügung.

Das Insolvenzgericht hat einen Zustimmungsvorbehalt angeordnet. Sämtliche Verfügungen der Geschäftsführung sind ab sofort nur noch mit meiner Zustimmung wirksam.

Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Prokon bereite ich eine Insolvenzgeldvorfinanzierung vor. Dadurch können die Löhne und Gehälter bis einschließlich April 2014 über Insolvenzgeld vorfinanziert werden. Ich werde die Belegschaft darüber hinaus sehr kurzfristig über den Stand des Insolvenzeröffnungsverfahrens unterrichten.

Zeichnungen neuen Genussscheinkapitals sind insolvenzbedingt nicht möglich. Anleger werden daher gebeten, derzeit keine Zahlungen auf Konten der Prokon mehr vorzunehmen.

Das Insolvenzgericht hat mich zudem als Sachverständigen mit der Prüfung der Frage beauftragt, ob ein Insolvenzgrund vorliegt. Insolvenzgründe sind die Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO), die drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) und die Überschuldung (§ 19 InsO). Begleitend sind bereits verschiedene Rechtsgutachten zu diesen Fragen beauftragt.

Ob das Insolvenzverfahren später eröffnet werden wird, hängt davon ab, ob der Eigenantrag der Geschäftsführung weiter aufrechterhalten wird und ob zum Zeitpunkt der Entscheidung des Insolvenzgerichts über die Verfahrenseröffnung ein Insolvenzgrund vorliegt. Das Insolvenzverfahren würde folglich nicht eröffnet werden, wenn der Eigenantrag zurückgenommen würde oder wenn kein Insolvenzgrund vorliegen sollte.

Forderungsanmeldungen werden erst möglich sein, falls das Insolvenzverfahren später eröffnet werden sollte. Forderungsanmeldungen während des derzeitigen vorläufigen Insolvenzverfahrens sind dagegen unwirksam. Alle Gläubiger werden daher dringend gebeten, von entsprechenden Forderungsanmeldungen zum jetzigen Zeitpunkt abzusehen. Im Falle einer späteren Verfahrenseröffnung würde ich allen Gläubigern Formulare zur Forderungsanmeldung übersenden.

Die rd. 75.000 Inhaber von Genussscheinrechten werden kurzfristig durch Prokon in einem mit mir abgestimmten Rundbrief über den Status des Insolvenzeröffnungsverfahrens unterrichtet werden. Rückzahlungen von Genussscheinkapital oder Zinsen sind insolvenzbedingt derzeit nicht möglich.

Aufgrund der besonderen Bedeutung des Falls wird kurzfristig eine Pressekonferenz anberaumt werden.

Unter Berücksichtigung der hohen Zahl an Beteiligten wird dringend um Verständnis gebeten, dass weitere Auskünfte weder von Prokon noch vom Amtsgericht Itzehoe noch von mir erteilt und entsprechende Anfragen daher nicht beantwortet werden können.

Dr. Dietmar Penzlin

Vorläufiger Insolvenzverwalter

Rechtsanwalt / Fachanwalt für Insolvenzrecht"

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erstellt am 22.Jan.2014 | 18:40 Uhr

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