Krabbenpulen : Die Arbeit lohnt sich wieder

Rund 12.000 Tonnen Krabben werden von schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Fischern jährlich gefangen.  Foto: sh:z
Rund 12.000 Tonnen Krabben werden von schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Fischern jährlich gefangen. Foto: sh:z

Steigende Löhne in Billiglohnländern und anhaltend hohe Spritpreise machen das Krabbenpulen vor der Haustür wieder attraktiv. In Cuxhaven entsteht Europas erste große Krabbenschälfabrik.

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03. August 2008, 02:27 Uhr

Cuxhaven | Was bisher in Ländern wie Polen und Marokko in mühsamer Handarbeit geschah, übernehmen jetzt 24 moderne Maschinen in Cuxhaven. Rund 7,2 Tonnen Krabben sollen in Europas erstem maschinellen Schälzentrum jeden Tag übers Fließband gehen. Der Grund: In den so genannten Billiglohnländern steigen die Gehälter. Auch die hohen Spritpreise haben dazu geführt, dass unsere Krabben wieder zuhause gepult werden.

Nach Informationen von Gregor Kucharewicz, Geschäftsführer des Cuxhavener Krabbenschälzentrums, soll mit der Produktion im September begonnen werden. Die Zeit sei reif für eine solche Fabrik in Deutschland, sagt Kucharewicz. Es habe dafür bereits früher von Unternehmen Anläufe gegeben, die jedoch scheiterten. Inzwischen sei die Schälqualität der Maschinen aber stark verbessert worden. Und auch die wirtschaftlichen Bedingungen seien gut.
3,8 Millionen Euro investieren

Die Hafengesellschaft NiedersachsenPorts finanziert für die neuen Mieter den notwendigen Umbau der ehemaligen Fischhalle mit rund zwei Millionen Euro. Die Investitionen für die Fabrik liegen bei 3,8 Millionen Euro. Die Krabben werden dort von den 65 Mitarbeitern zunächst nach Größe vorsortiert. Dann wird die Ware geschält und auf Fließbändern auf ihre Qualität hin kontrolliert. Nur Schalenrückstände müssen noch mit der Hand entfernt werden.

Nach Angaben des Staatlichen Fischereiamtes Bremerhaven werden von niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Fischern jährlich rund 12.000 Tonnen Krabben gefangen. Auch aus den Niederlanden und Belgien sollen Nordseegarnelen nach Cuxhaven kommen.

Künftig kann an der Fischtheke dann jeder selbst entscheiden, ob er im Ausland oder in Deutschland gepulte kaufen wolle, sagt Kucharewicz. Das Umweltbewusstsein steigt.

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