Arbeitsmarkt im Januar 2015 : Deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit in SH

Typischer Winter-Dämpfer auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Im Januar waren deutlich mehr Menschen ohne festen Job als Ende 2014. shz.de zeigt die Entwicklung auf einer interaktiven Karte.

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29. Januar 2015, 11:10 Uhr

Die Arbeitslosigkeit ist in Schleswig-Holstein im Januar saisonalbedingt deutlich angestiegen. Ende Januar waren im nördlichsten Bundesland 106.411 Menschen ohne festen Job - und damit 9257 oder 9,5 Prozent mehr als noch im Dezember. Das berichtet die Agentur für Arbeit in Kiel. Im Vorjahresvergleich bedeutete dies aber trotzdem einen deutlichen Rückgang um 5245 oder 4,7 Prozent. „Mit aktuell 106.400 Arbeitslosen können wir die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Januar seit 1993 melden“, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 7,1 Prozent, nach 7,5 Prozent vor einem Jahr.

Unter den Kreisen hatte Dithmarschen im Januar mit 8,5 Prozent die höchste Arbeitslosenquote und Stormarn mit 4,0 Prozent die niedrigste. Bei den kreisfreien Städten stand Neumünster mit 11,1 Prozent am schlechtesten da und Kiel mit 9,8 Prozent am besten. shz.de zeigt die Daten für alle Kreise und kreisfreien Städte in SH auf einer Karte.

Haupt-Koopmann sprach von einem für einen Januar „ganz normalen saisonalen Anstieg“. Schließlich werde derzeit in den Außenberufen wie insbesondere dem Bau nicht gearbeitet. Jahreszeitlich typische Auftragsrückgänge gibt es aber auch im Wohnungs-, Straßen- und Gartenbau. Außerdem ist das Tourismusgeschäft eingeschränkt. Diese Faktoren seien für die überproportionale Zunahme der Männerarbeitslosigkeit und den deutlichen Zuwachs der Arbeitslosenzahlen in den Tourismusregionen verantwortlich, sagte Haupt-Koopmann.

Der Jahresauftakt ist aus Sicht der Arbeitsmarkt-Expertin gelungen. „Insgesamt ist aber der gute Rückenwind auf dem Arbeitsmarkt mit ins neue Jahr rübergekommen“, sagte Haupt-Koopmann. „So kann es weitergehen.“ Als besonders erfreulich bezeichnete sie den deutlichen Abbau der Jugendarbeitslosigkeit um 1300 oder 11,3 Prozent im Vorjahresvergleich auf 10.000 Betroffene. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist gegenüber Januar 2014 leicht um 600 oder 1,6 Prozent gesunken. Diese Gruppe wieder in Jobs zu bringen, bleibe aber die größte Herausforderung.

Die Regionaldirektorin rechnet für das laufenden Jahr mit einer weiterhin positiven Entwicklung. Grund seien die aktuellen Wirtschaftsprognosen. „Sie stimmen mich - vor dem Hintergrund des niedrigen Ölpreises, der günstigen Wechselkurssituation und des weiterhin positiven Konsumklimas - zuversichtlich.“ Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) betonte, „der erfreuliche Trend beim Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen scheint sich zu verstetigen“. Besorgniserregend bleibe die Situation älterer Fachkräfte. „Der Kulturwandel im Hinblick auf ein längeres Erwerbsleben, altersgerechte Beschäftigung und die Wertschätzung der Kenntnisse und Erfahrungen älterer Arbeitnehmer kommt offenbar nur sehr langsam voran.“

Auch die Lage auf dem Hamburger Arbeitsmarkt trübte sich zum Beginn des Jahres deutlich ein. Im Januar waren in der Hansestadt knapp 75.800 Arbeitslose gemeldet, das sind 5700 oder 8,1 Prozent mehr als im Dezember. Im Jahresvergleich sei jedoch ein leichter Rückgang um 0,5 Prozent oder 350 Arbeitslose zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um einen halben Prozentpunkt auf 7,7 Prozent. Ein Hauptgrund für den Anstieg sei die überdurchschnittlich hohe Zahl von befristeten Arbeitsverträgen, die zum Jahresende ausliefen und zunächst oder dauerhaft nicht verlängert wurden.

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