Trotz Zinstief und Euro-Schuldenkrise : Der Traum vom Haus – in Schleswig-Holstein wird er wahrscheinlich wahr

Die regionalen Unterschiede sind groß. Denn während in Schleswig-Holstein das Eigenheim für viele Menschen nach Einschätzung der Experten eine realistische Option sein kann, sieht dies in Hamburg schon anders aus.
Die regionalen Unterschiede sind groß. Denn während in Schleswig-Holstein das Eigenheim für viele Menschen nach Einschätzung der Experten eine realistische Option sein kann, sieht dies in Hamburg schon anders aus.

Gut zwei Drittel des durchschnittlichen Einkommens reichen in Schleswig-Holstein aus, um das Eigenheim zu finanzieren. Aber das reicht nicht überall.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
10. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Kiel | Zinstief und Euro-Schuldenkrise treiben die Preise für Wohneigentum seit längerer Zeit immer weiter in die Höhe. Unbezahlbar sind die eigenen vier Wände aber deshalb noch nicht. Immer mehr Menschen können sich den Traum vom Eigenheim erfüllen. Das zumindest geht aus einer Rechnung hervor, die die Landesbausparkasse (LBS) bei dem Forschungsinstitut Empirica in Auftrag gegeben hat. Gut zwei Drittel des durchschnittlichen Einkommens reichen demnach in Schleswig-Holstein aus, um ein eigenes Haus zu finanzieren.

Bei ihrer Untersuchung haben die Empirica-Experten Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes mit Informationen aus einer Preis-Datenbank für gebrauchte Einfamilienhäuser verknüpft und das Mindesteinkommen, das zum Erwerb einer Immobilie benötigt wird, mit dem jeweiligen regionalen Durchschnittseinkommen verglichen. In Flensburg sind so 85 Prozent des Durchschnittseinkommens notwendig, um ein Haus erwerben zu können. Die Fördestadt ist damit landesweit am teuersten. Günstiger ist der Häuserkauf in Dithmarschen – dort wird mit 46 Prozent nicht einmal die Hälfte des Durchschnittseinkommens verlangt.

In ihrer Modellrechnung gehen die Forscher davon aus, dass Eigenkapital in Höhe von einem Jahresnettoeinkommen zur Verfügung steht und die Finanzierungsbelastung von sechs Prozent pro Jahr nicht mehr als 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmacht. Grundsätzlich betonen sie aber auch, dass die tatsächliche Finanzierbarkeit am Ende immer eine Frage des Einzelfalls sei.

Deutlich wird bei den Empirica-Daten vor allem: Die regionalen Unterschiede sind groß. Denn während in Schleswig-Holstein das Eigenheim für viele Menschen nach Einschätzung der Experten eine realistische Option sein kann, sieht dies in Hamburg schon anders aus. Dort müssten Käufer über 109 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügen. In Garmisch-Partenkirchen ist es sogar fast das Doppelte.

Ein Ende der starken Immobilienpreisanstiege ist dabei vorerst nicht in Sicht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet bis Herbst 2014 bereits mit Preissteigerungen von bis zu zehn Prozent.

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