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Tourismusbarometer 2016 : Der Tourismus in SH boomt – doch nicht alle profitieren

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Obwohl 2016 die Übernachtungszahlen deutlich stiegen sah es für Erlebnis- und Freizeiteinrichtungen mau aus.

Kiel | Obwohl die Übernachtungszahlen in Schleswig-Holstein unaufhörlich nach oben klettern, kommt der Tourismus-Boom in den meisten Erlebnis- und Freizeiteinrichtungen nicht an. Deren Besucherzahlen sind 2016 im Durchschnitt um 6,4 Prozent eingebrochen. Und das, nachdem es bereits in den Vorjahren eine Talfahrt gab. Das geht aus Daten hervor, die der Tourismusverband Schleswig-Holstein jetzt veröffentlicht hat. „Nicht wenige Monate wiesen Verluste in zweistelliger Höhe auf“, heißt es in einer Analyse des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) für das „Tourismusbarometer 2016“. Auch im Vergleich zu anderen Bundesländern habe sich die Freizeitwirtschaft im Norden schwächer entwickelt.

Die größten Rückgänge gab es hierzulande im Haupt-Urlaubsmonat Juli mit einem Minus von 19,9 und im – von Übernachtungsgästen ebenfalls gut gebuchten – September mit minus von 24,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die Museen protokolliert das „Tourismusbarometer“ einen Besucherrückgang von 4,9 Prozent. Der Hoffnungsschimmer nach Zugewinnen im Vorjahr habe sich damit zerschlagen. Tierparks haben laut dwif einen Einbruch um 1,6 Prozent erlebt. Stadtführungen wurden 2016 um 3,8 Prozent weniger gebucht als 2015. Zwei Drittel der Anbieter verkauften weniger Tickets als 2015. Eine Stagnation verzeichneten unterm Strich die Erlebnisbäder und Thermen. Vergleichsweise gut behaupteten sich dagegen die Natur-Infozentren mit plus 2,4 Prozent. Für die Kategorie Schlösser meldet das „Tourismusbarometer“ das mit Abstand höchste Plus von 13,8 Prozent. Das dwif führt dies zum Teil aber auf einen „Sondereffekt“ wie die Landesgartenschau in Eutin zurück. Für deren Besucher gab es ein Kombi-Angebot inklusive des angrenzenden Schlosses. Insgesamt bildet das „Tourismusbarometer“ 62 Einrichtungen ab.

Das Übernachtungsplus betrug 2016 landesweit 4,6 Prozent. Dass es bei vielen Freizeitangeboten trotzdem zu Einbrüchen kam, erklärt Tourismusverbands-Geschäftsführerin Catrin Homp unter anderem damit, dass die Resonanz auch stark von der Nutzung durch Einheimische und Tagesausflügler innerhalb Schleswig-Holsteins abhänge. Tendenziell sei dabei eine Stagnation zu beobachten. „Die Bevölkerungsentwicklung und die Altersverschiebung wirken sich hier aus“, so Homp. Zudem sei das Wetter ein zentraler Einflussfaktor auf Besucherzahlen. Als Lösungsansätze für eine Umkehr empfehlen Tourismusverband und dwif mehr Investitionen, eine Digitalisierung von Angeboten, Veranstaltungen und eine engere Kooperation mit dem Gastgewerbe sowie der touristischen Ortsebene.

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erstellt am 30.Mai.2017 | 20:07 Uhr

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