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Erfinderisch : Der Daniel Düsentrieb aus Bargfeld-Stegen

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Fugenleitsystem zum Mitnehmen: Karl-Heinz Zopke aus Bargfeld-Stegen (Kreis Stormarn) hat ein Verlegeraster erfunden und per Schutzbrief besiegeln lassen.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 10:41 Uhr

bargfeld | Das hätte "Daniel Düsentrieb", der legendäre Entenhausener Erfinder aus Disneys Micky-Maus-Comics, auch nicht besser hingekriegt. Aber warum ist eigentlich niemand vorher auf diese tolle Idee gekommen? "Das hat mich die Industrie- und Handelskammer auch gefragt", sagt Karl-Heinz Zopke aus Bargfeld-Stegen schmunzelnd. Der gelernte Maler und heute als selbstständiger Fassadenbauer arbeitende 51-Jährige hat das Verlegeraster "Verrazo" erfunden und vom Deutschen Patent- und Markenamt in Berlin per Schutzbrief besiegeln lassen.
Mit der Verlege-Schablone aus Aluminium, die Zopke in filigraner Handarbeit in verschiedenen Ausführungen herstellt, kann der Profi wie der Laie einfach und schnell Riemchen und Winkelriemchen - das sind kleine Ziegel - auf Wärmedämmung und Fassadenflächen kleben und verlegen. "Ein Quadratmeter Riemchen aufs Mauerwerk kleben klappt in etwa 15 Minuten", sagt der Bauverarbeiter und macht es gleich am Mauerwerk an seiner Garage vor. Im Normalfall benötige man etwa eine Stunde für diese Fläche, so Karl-Heinz Zopke. Dank Verrazo (Verlegeraster Zopke) entfällt das lästige Spannen und Ausrichten jeder einzelnen Schnur per Wasserwage. Was für eine Erleichterung!

"Die erste Schablone war noch aus Holz"


Das patentierte Werkzeug ist quasi ein Fugenleitsystem zum Mitnehmen und - da gut und günstig - Konkurrenz zum herkömmlichen Fugenleitsystem mit Wärmedämmplatten und vorgefertigtem Riemchenbett. "Jede Schablone fertige ich in Eigenarbeit", betont der Erfinderkopf, der seine Idee zusammen mit seiner Frau Marina und durch IHK-Hilfestellung bei der Vermarktung in zweieinhalb Jahren in die Tat umsetzte. In der Zeit hat er viel gegrübelt, gewerkelt, gebaut und auch wieder verworfen. "Die erste Schablone war noch aus Holz. Die Variante Kunststoff funktionierte nicht." Erst das leichte und strapazierfähige Aluminium brachte den gewünschten Erfolg. Um beispielsweise die hauchfeinen Löcher für die Schrauben hinzubekommen, musste er sich eine Spezial-Bohrmaschine für 2500 Euro kaufen. Weiteres Equipment kam dazu. Überhaupt sei man mit insgesamt 20 000 Euro in Vorleistung gegangen, ergänzt seine Frau. So habe allein das Patent mehrere 1000 Euro gekostet. Nun hoffen beide natürlich auf wirtschaftlichen Erfolg des Rastersystems Verrazo, das wahrlich "patent" ist.
Weitere Informationen im Internet unter: www.verrazo.de
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