Geesthacht : Defekt bei Test im AKW Krümmel: Kühlwasserpumpe lief nicht

Das Atomkraftwerk Krümmel im August 2007.

Das Atomkraftwerk Krümmel im August 2007.

Es habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden. Seit 2009 ist das Kernkraftwerk abgeschaltet.

shz.de von
31. August 2018, 17:14 Uhr

Geesthacht | Im abgeschalteten Kernkraftwerk Krümmel hat es einen technischen Defekt gegeben. Bei einer Routineprüfung am Mittwoch in dem AKW in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) an der Elbe konnte eine Kühlwasserpumpe nicht eingeschaltet werden, wie das für die Atomaufsicht zuständige Energieministerium am Freitag in Kiel mitteilte. Die Pumpe soll unter anderem den Notstromdiesel 2 mit Kühlwasser versorgen. „Im Anforderungsfall wäre die Kühlwasserversorgung durch eine weitere Nebenkühlwasserpumpe gewährleistet gewesen“, erläuterte das Ministerium.

Weder das Personal noch die Umgebung seien durch das Ereignis in Mitleidenschaft gezogen. „Zu keiner Zeit bestand eine Gefahr durch austretende radioaktive Substanzen.“ Das Nebenkühlwassersystem, zu dem die ausgefallene Pumpe gehört, liegt im Kontrollbereich des Kernkraftwerks und wird ständig radiologisch überwacht.

Meldepflichtiges Ereignis

Der Betreiberkonzern Vattenfall informierte das Ministerium über das meldepflichtige Ereignis der Kategorie N („Normal“). Das Ereignis liegt dem Energiekonzern zufolge unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken.

Die Reaktorsicherheitsbehörde will prüfen, ob entsprechende Schwachstellen zukünftig möglicherweise noch frühzeitiger erkannt werden können. Krümmel ist seit 2009 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich im Nachbetrieb. Die Stilllegung und der Abbau der Reaktoranlage werden vorbereitet.

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