Neue Saison : Das kostet die Kurtaxe 2017 in Schleswig-Holstein

Automat für Kurtaxe. /Archiv
Automat für Kurtaxe. /Archiv

Müssen Urlauber in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen? Eine Übersicht.

shz.de von
25. März 2017, 10:28 Uhr

Kiel | Für Feriengäste und Strandbesucher bleiben die Kurabgaben zum Saisonstart in Schleswig-Holstein vielerorts stabil. Auf Sylt allerdings müssen Urlauber diese Saison etwas tiefer in die Tasche greifen, wie eine Umfrage unter mehreren Seebädern an Nord- und Ostsee ergab. „Damit man sich länger anmeldet und nicht nur für die Tage, an denen man an den Strand geht“, begründete Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel mit Blick auf die Gästekarte die Erhöhung für Tagesausflügler. In Wenningstedt-Braderup müssen diese nun 3,50 statt bisher drei Euro bezahlen.

Mit der Kurtaxe werden oftmals Veranstaltungen in den (kleinen) Urlaubsorten finanziert. Auch für die Instandhaltung werden die Einnahmen genutzt. Sie kommen den Urlaubern also auch zugute.

In Büsum und St. Peter-Ording blättern Strandbesucher seit neun Jahren dagegen unverändert drei Euro hin, um ihre Füße im Sommer in der Nordsee baden zu können. Das kleine Nordseebad Büsum nahm damit vergangenes Jahr 3,8 Millionen Euro ein, wie Olaf Raffel von der Tourismus Marketing sagte - 8,6 Prozent mehr als 2015. „Die Kurabgabe ist kein ,Strandeintritt'“, sagte Raffel. Sie finanziere zahlreiche Angebote des Nordsee-Heilbades: Kinderbetreuung, Rettungsschwimmer, Sanitätsstationen oder Konzerte hätte der Ort mit weniger als 5000 Einwohnern sonst nicht. In St. Peter-Ording konnten laut Bürgermeister Rainer Balsmeier dank der Einnahmen etwa die Dünentherme und die Erlebnispromenade bezahlt werden.

Im Ostseebad Grömitz soll es ebenfalls zunächst bei drei Euro bleiben. „Wir haben die Abgabe erst vor zwei Jahren angepasst“, sagte Janina Kononov, Geschäftsführerin des Tourismus-Service Grömitz - genauso wie in Timmendorfer Strand, wie Tourismuschef Joachim Nitz bestätigte. Einheitlich geht es seit 2017 auch auf Föhr zu: Die Hauptsaison gilt künftig von März bis Oktober und unabhängig vom Ort.

In allen Orten werden 2,60 Euro fällig, damit sind es in Wyk etwa zehn Cent mehr als noch 2016. „Damit haben wir uns Amrum angepasst. Wir haben eine gemeinsame Amtsverwaltung“, sagte eine Sprecherin. In Lübeck-Travemünde kostet die Kurtaxe 2,80 Euro, die jüngste Erhöhung ist laut Kurdirektor Uwe Kirchhoff zwei Jahre her.

Günstiger ist es - trotz mancher Anstiege - an Stränden in Mecklenburg-Vorpommern. In Zinnowitz auf Usedom werden etwa 2,50 Euro (2016: 2 Euro) fällig.

Beschwerden gibt es dennoch laut vielen Tourismuschefs in Schleswig-Holstein kaum noch. „Gemeckert wird praktisch nur noch, wenn etwas nicht nach den Vorstellungen der Gäste läuft“, sagte Nitz. „Dann hören wir Sätze wie: ,Und dafür zahlt man auch noch Kurtaxe'“.

Einer der Gründe für die Akzeptanz könnte die 2005 eingeführte Ostseecard sein. Sie bietet Übernachtungsgästen Strandzugang in 19 Orten zwischen Travemünde und Glücksburg - und etwa Ermäßigungen im öffentlichen Nahverkehr. „Wir haben im vergangenen Jahr rund 2,5 Millionen Karten ausgegeben“, so Kirchhoff, der als Chef des Ostsee-Tourismus-Service die Karte auch herausgibt.

„Für Schleswig-Holsteins Image als Urlaubsland wäre es toll, wenn man auf diese zusätzliche Hürde für den Gast verzichten würde“, sagte Marc Euler von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) zur Taxe. Stattdessen solle das Geld für touristische Aufgaben durch eine Tourismusabgabe aufgebracht werden. „Das ist aber eine politische Entscheidung“, sagte Euler. Wer ebenfalls lieber kostenlos badet: In vielen Bereichen an der Ostsee etwa gibt es auch kostenlose Strände: Unter anderem in Brasilien (Kreis Plön), in Laboe an der Kieler Förde oder in Behrensdorf an der Hohwachter Bucht.

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