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Claus Hjort Frederiksen dementiert Medienberichte : Dänischer Finanzminister: „Fehmarnbelt-Tunnel wird gebaut“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Minister entkräftet Zweifel an einem Tunnel nach Deutschland. Ein Interview in der Wirtschaftszeitung „Børsen“ sorgte für Unruhe.

Kopenhagen | Der dänische Finanzminister Claus Hjort Frederiksen hat Medienberichte dementiert, Dänemark würde auf das geplante Milliardenprojekt Fehmarnbelt-Tunnel aus Kostengründen möglicherweise verzichten. „Ich habe mitbekommen, dass es in der Presse Spekulationen über die Fehmarnbelt-Verbindung gegeben hat. Dazu gibt es keinen Grund“, sagte der Minister am Dienstag der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau und fügte hinzu: „Die Regierung hat natürlich keine Pläne, die Verbindung zu kippen.“ Dies bestätigte in Kiel auch ein Sprecher der schleswig-holsteinischen Landesregierung: „Die dänische Regierung hat der Landesregierung erneut versichert, das Projekt wird realisiert.“

Hintergrund ist ein Interview des Finanzministers mit der dänischen Wirtschaftszeitung „Børsen“. Dort geht er auf eine bisher undenkbare Distanz zu dem historischen Projekt. Ausgerechnet Hjort Frederiksen, der als Hüter des Geldes der mächtigste aller Minister ist und in früheren Funktionen einer der Motoren der Öresund-Brücke war. Er wird oft als Vorbild für den Fehmarnbelt genannt. Im Interview sagte er: „Wir werden harte und schwierige Beschlüsse treffen müssen, einige Projekte zu stoppen – auch solche, die bereits im Gange sind“ und fügte hinzu: „Und wir können natürlich keine neuen Infrastrukturprojekte in Gang setzen“. Zumindest erstmal nicht, wie er zu verstehen gibt. Auf die Frage dänischer Journalisten, ob das Fehmarn-Projekt auch vom Stopp für öffentliche Infrastruktur-Projekte betroffen sei, antwortete Hjort Frederiksen: „Im Prinzip ist alles betroffen, und dann müssen wir uns davon ausgehend eine Meinung bilden.“

Nachdem die Fertigstellung des Tunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland lange für 2021 vorgesehen war, wurde zuletzt 2024 angepeilt. Es könnte aber noch später werden. Bei der Planung sind 3100 Einwendungen zu berücksichtigen, wobei es aus Dänemark nur 30 gab. Nach einer ersten Einschätzung der Genehmigungsbehörde in Schleswig-Holstein könnten gravierende Planungsänderungen erforderlich werden, hatte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) unter Hinweis auf Natur- und Umweltschutzanforderungen kürzlich gesagt.

Den Bau des rund 19 Kilometer langen Tunnels finanziert Dänemark allein. Zuletzt wurden dafür Kosten in Höhe von 7,4 Milliarden Euro genannt. Deutschland muss nur die Hinterlandanbindung auf seinem Gebiet bezahlen. Dafür nannte das Bundesverkehrsministerium vor Monaten eine Summe von 2,2 Milliarden Euro.

Im Herbst steht die Entscheidung der dänischen Parlamentsfraktionen an, ob sie endgültig für einen Bau der Querung stimmen wollen.

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erstellt am 26.Aug.2015 | 13:19 Uhr

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