Verkauf der HSH Nordbank : Cerberus, der Höllenhund: Was wir über den HSH-Käufer wissen

Das Unternehmen Cerberus ist nach der mytholgischen Figur des dreiköpfigen Höllenhundes benannt.

Das Unternehmen Cerberus ist nach der mytholgischen Figur des dreiköpfigen Höllenhundes benannt.

Die HSH Nordbank ist verkauft. Der Haupteigner ist ein Trump-Unterstützer und mag griechische Mythologie.

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28. Februar 2018, 13:11 Uhr

Jetzt ist es offiziell: Finanzinvestoren aus den USA und Großbritannien kaufen die HSH Nordbank, die gemeinsame Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein. Die New Yorker Investmentgesellschaft Cerberus und der US-Investor J. Christopher Flowers übernehmen die meisten Anteile und halten künftig rund 80 Prozent des Instituts, wie die Kieler Landesregierung und der Hamburger Senat am Mittwoch mitteilten. Aber wer ist der neue HSH-Besitzer?

Firma bekommt Geld von Großanlegern: Cerberus Capital Management ist ein New Yorker Investmentfonds, der 1992 von Stephen Feinberg mitgegründet wurde. Rund 150 Anlage-Experten verwalten ein Vermögen von mehr als 30 Milliarden Dollar (rund 24,5 Mrd Euro), das ihnen von Großanlegern zur Verfügung gestellt wurde.

Der Mann hinter der Firma ist ein Trump-Unterstützer: Der 57-jährige Cerberus-Chef Stephen Feinberg gilt als harter Sanierer und sehr verschwiegen. Der Milliardär unterstützt die Republikaner und gehört einem Beratungsgremium von US-Präsident Donald Trump an.

Waffen-Industrie: Mit der Freedom-Group hat Cerberus einen Giganten der US-Waffen-Industrie geschaffen.

Das Bankengeschäft: In Europa konzentriert sich Cerberus lieber auf Banken. Mit fünf Prozent sind die Amerikaner inzwischen nach dem Bund der größte Einzel-Aktionär der Commerzbank. Drei Prozent sind es bei der Deutschen Bank, womit Cerberus dort viertgrößter Anteilseigner ist. Bereits 2006 hat Cerberus die Mehrheit der österreichischen Bawag übernommen, die ihrerseits im vergangenen Jahr die Südwestbank in Baden-Württemberg gekauft hat. Cerberus beteiligt sich weltweit an Unternehmen und ist auch im Immobiliengeschäft aktiv.

Der Name: Das Unternehmen ist benannt nach dem dreiköpfigen Höllenhund Kerberos oder Zerberus, der in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt bewacht. Feinberg soll der Gedanke gefallen haben, dass einer der drei Köpfe immer wach ist – so wie sein Fonds immer wach sein soll für gute Investments.

Der Zweite im Bunde: Bei der HSH Nordbank mit im Boot ist auch der US-Investor J. Christopher Flowers, der bereits seit mehr als zehn Jahren an dem Institut beteiligt ist. Feinberg und Flowers kontrollieren künftig rund 80 Prozent der Anteile an der Bank.

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