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Stellenstreichungen : Caterpillar Kiel: Aus für Motorenmontage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die IG Metall fürchtet die Streichung von 350 Jobs bei dem Motorenhersteller Caterpillar in Kiel. Der Konzern nennt noch keine Zahlen. Kiels OB nennt die Entscheidung „ausgesprochen schmerzlich“.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2014 | 13:57 Uhr

Kiel | Die IG Metall schlägt Alarm: Sie befürchtet den Verlust von bis zu 350 der rund 1100 Arbeitsplätze bei dem Motorenhersteller Caterpillar in Kiel. Die von der Geschäftsführung angekündigte Verlagerung der Montage von Motoren nach Asien aus Kostengründen sei ein strategischer Fehler, sagte der Geschäftsführer der IG Metall Kiel-Neumünster, Peter Seeger. „Mit der Trennung von Produktion und Konstruktion schneidet sich das Unternehmen ins eigene Fleisch.“ So werde das Unternehmen seinen technologischen Rückstand zur Konkurrenz nicht aufholen können. Caterpillar-Geschäftsführer Oswald Schöffel teilte bisher lediglich mit, dass Kiel „voraussichtlich durch Arbeitsplatzverringerung betroffen sein“ werde. Die Bereiche Entwicklung, Konstruktion und Teilefertigung sollten aber in der Fördestadt bleiben.

Auch Firmen-Sprecher Ronald Brügmann reagierte zurückhaltend: Es sei noch nicht entschieden, wie viele Arbeitsplätze in Kiel verloren gehen. Darüber werde mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft gesprochen werden. Am Vortag hatte Caterpillar den Betriebsrat und die Belegschaft informiert. Der Konzern will „eine ausgewogene Lösung für alle Beteiligten“ erreichen. Wegen veränderter Marktbedingungen sowie des permanenten Kostendrucks sei es „nicht länger möglich, die Motorbaureihen M 20 C und M 25 C im Kieler Werk auf eine kosteneffiziente Weise zu fertigen“, hieß es. „Es ist daher unsere Absicht, damit zu beginnen, diese Motoren in Asien zu montieren, um näher am größten Endkundenmarkt für derartige Motoren zu sein.“ Das Werk in Kiel werde weiter das globale Kompetenzzentrum für die Entwicklung mittelschneller Motoren für die Anwendungsbereiche Schiff, stationäre Energieerzeugung sowie Öl- und Gasindustrie sein.

Kiel bleibe zudem der weltweite Hauptsitz für Caterpillars Marine and Petroleum Power Division (MPPD). Dazu gehören die Bereiche Verwaltung, Konstruktion, Motorenversuch und Motorenwiederaufarbeitung. Daneben werde das Werk auch weiterhin Gießereiprodukte herstellen, Bauteile für Großmotoren bearbeiten und Ersatzteile für weltweite Kunden fertigen.

Die Montage der größeren und komplexeren Motorenbaureihen erfolgt künftig im Werk Rostock, um den Standort besser auszulasten. Die Logistik werde in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) konzentriert, der Standort werde zum zentralen Knotenpunkt der Fertigung für die deutschen Werke sowie zum Zentrum der Ersatzteillogistik für alle Kunden weltweit. „Mit der Umstrukturierung von Caterpillar geht in Kiel eine fast hundert Jahre alte Tradition des Motorenbaus zu Ende“, sagte Seeger.

Kiels OB Ulf Kämpfer bezeichnete die Entscheidung als „ausgesprochen schmerzhaft“. Die Stadt werde alles tun, „um den betroffenen Arbeitnehmern eine Perspektive in der Region zu bieten.“

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