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Schulbusse und Linienbetrieb betroffen : Busfahrer in SH streiken am Mittwoch weiter

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Erneut ruft Verdi zum Streik im privaten Omnibusverkehr auf. Die Gewerkschaft will ihre Kampfbereitschaft verdeutlichen.

Schüler und Pendler müssen erneut mit Behinderungen im Busverkehr rechnen: Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag und Mittwoch erneut zu Warnstreiks im privaten Omnibusverkehr in Schleswig-Holstein (OVN) aufgerufen. Am Warnstreik beteiligten sich erneut rund 1000 Busfahrer, wie Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Mette sagte. Um 2.15 Uhr hätten die ersten Arbeitnehmer die Arbeit in Kiel niedergelegt. Schüler und Pendler müssten bis Betriebsschluss am Donnerstagmorgen mit Behinderungen rechnen, hieß es. Die Warnstreiks sollten 48 Stunden andauern und jeweils mit Betriebsbeginn starten, teilte Verdi am Montag in Kiel mit.

Verdi fordert 250 Euro im Schnitt pro Monat mehr, um den Lohnabstand zu Busfahrern von kommunalen Arbeitgebern zu verringern. Das sind laut Gewerkschaft etwa 10,8 Prozent. Der Omnibusverband Nord (OVN) kommt hingegen auf 12 Prozent. Zuletzt hatte es am Donnerstag und Freitag Warnstreiks der Busfahrer gegeben. Im OVN sind unter anderem Autokraft, Dahmetal, Rohde und die Kreisverkehrsgesellschaft Pinneberg.

Als „Panikaktion der Arbeitgeber“ bezeichnete Mette vom Unternehmen Dahmetal ausgesprochene Abmahnungen für Busfahrer und ähnlich lautende Androhungen mehrerer Tochterunternehmen des Nahverkehrsanbieters Transdev, der zum französischen Konzern transdev Société gehört, sowie von Autokraft an der schleswig-holsteinischen Westküste. „Wir wollen eine Angleichung der Gehälter zu den Busfahrern von kommunalen Arbeitgebern“, sagte Mette. Die unterschiedliche Bezahlung sei „überhaupt nicht erklärlich“.

„Wir haben nun entschieden zu einem 48-Stunden-Warnstreik aufzurufen, um vor den Verhandlungen am Donnerstag nochmals unsere Kampfbereitschaft deutlich zu machen (...)“, sagte Mette. Schon am Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche hatte es Warnstreiks der Busfahrer gegeben.

Der Omnibusverband Nord (OVN) lehnte den erneuten Warnstreik vor der nächsten Verhandlungsrunde am Donnerstag ab. „Nicht jeder Streik führt zu einem verbesserten Angebot“, sagte OVN-Geschäftsführer Joachim Schack. Der Ausstand „verhärtet eher die Fronten“.

Schack ging davon aus, dass die betroffenen Unternehmen versuchten, die Ausfälle möglichst gering zu halten und „bedeutsame Linien“ so gut wie möglich zu bedienen. „Wir haben zudem Hinweise, dass die Bereitschaft zu streiken, deutlich abnimmt.“ Das gelte auch für Gewerkschaftsmitglieder.

Das ist die Situation in SH:

Fahrgäste sollten sich auf Behinderungen im Bus-Linienverkehr einstellen. Informationen werden auf www.bahn.de/autokraft veröffentlicht. Telefonisch können sich Fahrgäste auch an den Kundendialog von DB Regio unter Tel. 0431 6660 wenden.

Im gesamten Verkehrsgebiet von Autokraft kann es durch die Warnstreiks zu Fahrtausfällen kommen, wie auf der Homepage mitgeteilt wird. In den Kreisen Ostholstein, Plön, Stormarn, Bad Segeberg, Herzogtum Lauenburg, Schleswig-Flensburg, Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg und Kiel finden demnach nur die Fahrten im ÖPNV statt, die von Partnerunternehmen (außer Dahmetal und Elite) bedient werden. „Alle Fahrten, die von Autokraftbussen selbst bedient werden, fallen aus“, heißt es weiter.

Im Stadtverkehr Kiel entfallen die Autokraft-Fahrten auf den 500er- und 900er-Linien. Die Fahrten der Kieler Verkehrsgesellschaft finden wie gewohnt statt.

Fahrten, die in den Kreisen Plön, Ostholstein sowie den Städten Kiel und Neumünster von Partnerunternehmern durchgeführt werden, sind von den Streiks nicht betroffen.

Der Schulverkehr Gettorf sowie der Verkehr zur Dänischen Schule nach Dänischenhagen, die Fahrten zum AWO-Kindergarten Falkenstein und der Werksverkehr Hermes sollen hingegen durchgeführt werden.

Der Flughafenbus Kielius zum Hamburg Airport wird bedient.

Ebenso finden die Verkehre für berlinlinienbus.de von Hamburg nach Berlin und von Kiel über Lübeck nach Berlin statt.

Auch Dahmetal, Rohde und die Kreisverkehrsgesellschaft Pinneberg informieren auf ihren Webseiten über die Auswirkungen des Streiks. Alle Fahrten der Niebüller Verkehrsbetriebe fallen aus. Sie informieren unter der Service-Telefonnummer Tel. 01807 / 662 662.

Eine Liste der zum OVN gehörenden Unternehmen finden sie auf dessen Homepage. Dort können Sie die Internetseiten der einzelnen Unternehmen aufrufen, um nach Informationen zu streikbedingten Ausfällen zu suchen. Zudem sind dort deren Telefonnummern angegeben.

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erstellt am 06.Okt.2015 | 12:00 Uhr

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