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Ostholstein : Bundesnetzagentur bestätigt geplanten Netzausbau

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In der Koalition ist ein offener Konflikt um den Netzausbau in Ostholstein entbrannt. Energiewendeminister Habeck freut sich über das grüne Licht der Bundesnetzagentur. Die SPD stellt deren Notwendigkeit jedoch infrage.

Kiel | Die Bundesnetzagentur hat den geplanten Leitungsausbau in Ostholstein genehmigt. „Er ist entscheidend für die Energiewende in der Region“, sagte Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) am Donnerstag. Innerhalb der Koalition ist das Thema damit aber noch nicht vom Tisch. Nach Ansicht des Koalitionspartners SPD sind noch einige Fragen offen.

Nach den jetzigen Plänen soll der Ökostrom aus Windkraft und Photovoltaik über einen Einspeisepunkt im Raum Göhl mit einer neuen 380 Kilovolt-Trasse zum nächstgelegenen bestehenden Anschlussknoten ans Höchstspannungsnetz im Raum Lübeck transportiert werden.

Unklar war nach Habecks Angaben lange Zeit gewesen, auf welcher Spannungsebene der Netzausbau stattfinden sollte. „Nach intensiven Abstimmungsgesprächen zwischen Netzbetreibern, Bundesnetzagentur und Landesregierung hat sich eine Höchstspannungsleitung nun als bedarfsgerechteste Technologie herausgestellt“, sagte er.

Das sieht der energiepolitische Sprecher der SPD, Olaf Schulze, anders. Wo Windstrom erzeugt werde, müsse es zwar die Möglichkeit des Abtransports geben, sagte er. „Wir müssen aber klären, ob das nur über eine 380-KV-Leitung geschehen kann oder ob es nicht auch über die bestehenden Trassen geht.“ Der Grundsatz beim Leitungsbau müsse lauten: „So viel nötig, so wenig wie möglich.“ 

Kritik gab es auch von der Opposition. Der Streit Streit zwischen SPD und Grünen dürfe den notwendigen Netzausbau in Ostholstein nicht behindern, sagte der CDU-Energiepolitiker Jens-Christian Magnussen.

„Dieses Kabel ist dringend notwendig. Nur wenn der Windkraftstrom abtransportiert wird, kann er Strom aus Atom und Kohle ersetzen.“ Der SPD warf er vor, Energieminister Habeck in den Rücken zu fallen. „Aufgabe einer die Regierung tragenden Partei wäre es, den Menschen die Notwendigkeit des ungeliebten Netzausbaus zu vermitteln“, sagte er.

Der ostholsteinische CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Hamerich betonte, durch den Netzausbau eröffneten Chancen für die Menschen in Ostholstein. „Die Leitung ist gut für Ostholstein“, sagte er.

Die FDP machte Kommunikationsprobleme innerhalb der Koalition aus.„Niemand baut eine Stromleitung des Bauens willen - nicht einmal ein grüner Energiewendeminister“, sagte der FDP-Energiepolitiker Oliver Kumbartzky. Der Hinweis von Schulz sei ein „erschreckender Ausweis mangelhafter Kommunikation innerhalb der Regierungskoalition“. Er fügte hinzu: „Diese rote Karte der SPD zeigt, dass sich die Koalitionäre bei diesem Thema offenbar nicht sonderlich “grün„ sind.“

Nach Angaben des Energieministeriums sind in der Region Ostholstein bereits heute Ökostrom-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt mehr als 500 Megawatt installiert. Weitere 1000 Megawatt vor allem aus Windenergie sollen in den kommenden Jahren hinzukommen.

Habeck will nun auf die Kreise Ostholstein und Segeberg sowie die Stadt Lübeck zugehen, um zusammen mit Netzbetreiber Tennet über das Planungsverfahren sowie geeignete Formen frühzeitiger Bürgerbeteiligung zu sprechen.

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erstellt am 09.Jan.2014 | 13:21 Uhr

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