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Riesige Investition : Brunsbüttel bekommt Import-Terminal für Flüssiggas

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Das Projekt bedeutet eine enorme Stärkung des größten Industriegebiets in SH und hat deutschlandweit Relevanz.

Brunsbüttel | Das Industriegebiet in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) steht vor einer riesigen Investition: Nach Informationen des sh:z hat der niederländische Konzern Gasunie entschieden, in Brunsbüttel ein Import-Terminal für Flüssiggas (LNG) zu errichten. Das Projekt mit einem Umfang von rund 400 Millionen Euro wird seit Jahren verfolgt, zuletzt stand Brunsbüttel in Konkurrenz zu Standorten in Niedersachsen. Gasunie hat am Montag auf Anfrage bestätigt, dass Brunsbüttel die besten Möglichkeiten zur Entwicklung eines LNG-Terminals biete. Das Unternehmen wolle sich nun auf den Standort konzentrieren. 

LNG gilt als Schiffstreibstoff der Zukunft. Vor allem aber soll das Terminal die Abhängigkeit Deutschlands von Gas-Lieferanten wie Russland reduzieren.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sprach von einer der größten und wichtigsten industriepolitischen Weichenstellungen seit Jahrzehnten. „Damit wird nicht nur die Westküste mit ihrem Industriezentrum Brunsbüttel gewaltig vorangetrieben, sondern absehbar kann die gesamte Wirtschaft im Land von dieser technologischen Weichenstellung profitieren“, sagte Albig. Brunsbüttel habe beste Chancen, künftig in einem Atemzug mit dem Welthafen Rotterdam genannt zu werden.

Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) zeigte sich hoch zufrieden. „Das ist ein Riesenerfolg für die Westküste“, sagte Meyer. Es sei ein großer Erfolg für den Standort Brunsbüttel. Die Entscheidung der Niederländer zeige, „dass es sich lohnt entsprechende Standortvorteile gegenüber großen Unternehmen klar zu machen“, so der Minister weiter. Meyer wies darauf hin, dass sich Brunsbüttel damit auch gegen „harte Konkurrenz“ in Deutschland durchgesetzt habe, ohne namentlich auf diese einzugehen. Zuletzt war unter anderem Stade für das Terminal von Gasunie im Gespräch gewesen.

Der Speicher soll 200.000 Kubikmeter Gas aufnehmen können und auf dem Gelände der Brunsbüttel Ports GmbH im ChemCoastPark Brunsbüttel gebaut werden. Die endgültige Investitionsentscheidung steht noch aus, sie soll voraussichtlich bis 2018 fallen.

Hafenchef Frank Schnabel hat bei Brunsbüttel als dem idealen Standort für ein LNG-Terminal schon seit Jahren keine Zweifel. Es sei nicht nur die ideale Lage an Elbe und Nord-Ostsee-Kanal. Es sei vor allem Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet, was für ihn den Bau eines Import-Terminals mit einer Kapazität von 200.000 Kubikmetern rechtfertigt. Die chemischen Werke benötigten jährlich rund 800 Millionen Kubikmeter Gas. Im Winter, weiß Schnabel, reiche die Erdgasversorgung zuweilen nicht aus, dann müsse mit Heizöl gepuffert werden. Flüssiggas vor Ort biete sich als ideale und umweltfreundliche Lösung an.

Bei LNG wird Gas zunächst verflüssigt und kann später wieder zurück in Gas gewandelt werden. Die Bundesregierung verfolgt seit Längerem Pläne zur Errichtung eines nationalen Terminals, um die Bundesrepublik so unabhängiger von Gas-Lieferungen aus Russland zu machen. Andere europäische Länder verfügen bereits über vergleichbare Terminals, um die nationale Gas-Versorgung zu sichern.

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erstellt am 03.Apr.2017 | 15:15 Uhr

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